13 plus 1


Wie jedes Jahr im September findet in Berlin die Freisprechung der Lehrlinge des Backhandwerks statt. Das wird schon ziemlich lange so gemacht, das Handwerk an sich hat ja auch eine jahrhundertealte Tradition. Seit dem Spätmittelalter wird so das Ende der Ausbildung markiert und Lehrlinge werden auf diese festliche Weise von ihren Meistern „freigesprochen“.

Meine Lehrlingsfreisprechung habe ich schon im vergangenen Jahr umfangreich beschrieben, das war aber auch alles sehr aufregend (siehe „Freispruch!“ und „Fein gemacht„). Hier noch mal zur Erinnerung das Foto von damals, weil mir der Testbild-Look so gut gefällt:

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In der heutigen Zeit wird der festliche Rahmen der Freisprechung auch genutzt, um zum Beispiel Ehrungen für Verdienste im Bäckerhandwerk auszusprechen und diejenigen zu küren, die die Meisterprüfung bestanden haben. Die jetzt alle auch ausbilden dürfen und von denen dann wiederum irgendwann die Lehrlinge freigesprochen werden.

Also durfte ich da wieder teilnehmen und war die einzige Jung-Meisterin, die zugegen war. Das wurde auch so in der Ankündigung formuliert: „Unser Glückwunsch geht an dreizehn Jung-Meister und eine Jung-Meisterin.“ Hui!

Bevor wir auf die Bühne durften, war da noch eine kleine Hürde eingebaut: In einem Raum dahinter bekamen wir unsere Meisterjacken. Diese muss man erstmal korrekt anziehen, bei den vielen Knöpfen nicht unbedingt selbsterklärend. Aber es war zum Glück Zeit genug, sie reichte auch für ein schnelles Foto:

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Und dann raus auf die Bühne:

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Die meisten meiner Mitstreiter habe ich zum ersten Mal nach vielen Monaten wieder getroffen: Einige haben das mühsam Erlernte sogleich angewendet und mittlerweile die Stelle eines Backstubenleiters oder gleich eine ganze Bäckerei übernommen.

Oder wie Ignaz Anton Demeter sagen würde: „Die größten Meister sind diejenigen, die nie aufgehört haben, Schüler zu sein.“

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6 Kommentare

  1. Ingrid

    Schön, dass es wieder einen blogbeitrag zu lesen gibt! Toll das Foto von dir und deinen meisterkollegen. Ebenso das mit testbildkleid 😊 Interessant dass es nur eine Meisterin gab. Und dass Kollegen auch schon Bäckereien übernommen haben. Liebe Grüße Ingrid

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  2. Hobbybacker

    Guten Abend Sandra, „Verachtet mir die Meister nicht!“
    Auch wenn es in dieser Oper von Richard Wagner um die Meistersinger geht, so gehören Handwerkskunst und Tradition eng zusammen. Das gilt auch für das Bäckerhandwerk. Vielen Dank für die schönen Enblicke, die Du uns mit Deinem Blog gewährst.

    Was hälst Du übrigens von der Sendung „Deutschlands bester Bäcker“?

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    • Offen gesagt: Ich habe noch keine einzige Folge richtig gesehen 🙂 (liegt an der Uhrzeit). Im vergangenen Jahr durfte ich allerdings Herrn L. kennen lernen, da die letzten Folgen der Sendung in der Bäckerinnung Berlin gedreht wurden, in der gleichen Zeit war ich im Meisterkurs. Anderes Thema… 😉

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  3. Herzlichen Glückwunsch zum Meisterbrief!

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  4. Rosemarie

    Hallo liebe Sandra! Schön, dich zu deinem Stand nochmal zu sehen! Was war das für eine Zeit davor!! Den Erfolg darfst du nochmal richtig einatmen und dir auf die Schulter klopfen (lassen)!! Scön, dass du dir die harte Arbeit jetzt von außen ansehen kannst!…lieben Gruß, R*

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  5. Hermann

    Schöner Blog! Hoffe man kann auch bald Ihr bevorzugtes Brotrezept hier lesen😀.
    (@ Hobbybaker, die Sendung ist gut gedacht, aber leider von einem Koch zu stark beeinflusst. Ich vermisse den kleinen Bäcker aus einem kleinen Deutschen Dorf, der ein super Brot und Kleingebäck für die Leute backt, die Ihn lieben.)

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