Die gute alte Zeit


Neulich habe ich mich über früher unterhalten, da kamen einige Dinge vor, die heute entweder völlig unbekannt sind oder einen gewissen „Retro-Schick“ verkörpern:  Welche Eissorten man lieber mochte (Flutschfinger oder Ed von Schleck), ob man einen Walkman hatte oder wie ein Modem beim Verbinden piepste. Und so weiter und so weiter.

Dabei fiel mir eine Geschichte aus der Backstube ein. In den meisten Backstuben läuft nachts das Radio. In meinem Ausbildungsbetrieb allerdings nur, wenn die Gesellen und die Auszubildende unter sich waren. Sobald der Chef mitarbeitete, war es aus, denn der konnte das „Gedudel“ nicht leiden.

In einer Nacht war das musikalische Angebot sehr mäßig, was einen der Gesellen ziemlich störte. Bei jedem neuen Lied wurde kräftig gestöhnt und mit den Augen gerollt. „Oh Mann, das nervt ja, die spielen heute ja vielleicht einen Mist. Morgen bring ich eine Kassette mit.“ Daraufhin die 14-jährige Schülerpraktikantin N.: „Was ist denn eine Kassette?“

Tja. Noch Fragen? Nachdem wir aufgehört hatten zu lachen und wieder sprechen konnten, haben wir das natürlich erklärt. Puh. Zu kaum einem anderen Zeitpunkt war mir mein deutlich fortgeschrittenes Azubi-Alter bewusster. Aber hat mich ja zum Glück nicht daran gehindert, die Ausbildung abzuschließen.

Oder wie ein Sponti aus den 80ern sagen würde: „Alle wollen zurück zur Natur. Aber keiner zu Fuß.“

2015-08-30 20.16.46

Unsere Kinder werden NIE den Zusammenhang verstehen…

 

 

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3 Kommentare

  1. zum Radio in der Backstube
    Ein alter Wiener Konditormeister hatte mir mal erzählt, dass sein Meister ihn verboten hatte, während der Arbeit ein Liedchen zu pfeifen, mit der Begründung, dass man sich beim Singen oder Pfeifen (Radio gab es damals noch nicht) nicht auf die Arbeit konzentrieren könne.
    Es sei denn, er schaffe es, ‚Hänschen klein‘ zu pfeifen und gleichzeitig die handvoll Rosinen fehlerfrei zu zählen, welche er ihn auf den Arbeitstisch häufte.
    Sollte jemand mal diese Aufgabe als Bedingung für das Radiohören in der Backstube gestellt bekommen, dann am besten folgende Technik anwenden:
    Man mache immer fünfer-Häufchen.
    Das lässt sich dann visuell prima erfassen
    und dem Radiohören steht nix im Wege.

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  2. Sabine

    Hihi!
    Danke! Ich habe immer einen Bleistift genommen!
    Das gleiche Generationsproblem ergibt sich, wenn man, wie ich, den Azubi zum Disketten kaufen schickt! Auch ein gänzlich unbekanntes Objekt und deutlich jünger als Kassetten!

    Viele Grüsse
    Sabine

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  3. ingrid

    zu den kommentaren: in meiner lehrzeit – allerdings nicht in der backstube – hat man lehrlinge zum kaufen z b von „owiedumm“ oder „böschungshobel“ oder „schwungrad für die bleispitzmaschine“ geschickt – am 1. april… heute wären kassetten oder disketten dran – herrje, wie die zeit vergeht… grüßli ingrid

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