Latschen backen


Sommer! Und wie! Während die meisten Menschen Aktivitäten jeder Art völlig vermeiden (sofern sie nichts mit Schwimmen zu tun haben), leichtes Schuhwerk bevorzugen und sich auch bei der Arbeit von Ventilatoren kühlen lassen, geht es in den Backstuben oft unverändert weiter. Und so ein Ofen produziert ja nicht nur im Winter mollige Wärme.

Einer meiner größten Mitschüler in der Berufsschule erzählte mir einmal, dass es für ihn im Sommer besonders heftig ist, für die Ofenarbeit eingeteilt zu sein. Hitze steigt ja bekanntlich nach oben und mit seinen 1,95m hat er da wahrlich nichts zu lachen. Da fehlt ihm auch schlicht die Luft dazu. Das war mit nicht klar, dass meine übersichtliche Größe von 1,68m auch in der Backstube einen echten Vorteil bieten kann…

Zurück zum leichten Schuhwerk: Vorerst scheint die lange Hitzewelle 2015 ja in vielen Gegenden beendet, da kann man sich auch zu Hause wieder vor den Ofen stellen und einem passenden Gebäck widmen: Latschen-Keksen.

Damit hat meine Meisterkollegin Marie bei der Prüfung toll gepunktet, denn die sehen einfach umwerfend aus:
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Basis ist ein abgewandelter Mürbeteig mit einem Dekor aus blauer Puderzucker-Glasur und einigen Zuckerherzchen. Der Clou sind die Schnüre aus Fruchtgummi, die die Riemen der Latschen bilden. Man fädelt sie in ein vor dem Backen ausgestochenes Loch und legt die anderen Enden einfach unter die „Sohle“. Eine recht ordentliche Fummel-Arbeit, Marie hat diese in der knappen Zeit der Meisterprüfung dennoch bewerkstelligt und sich so die Anerkennung der Prüfer redlich verdient.

Oder wie Mark Twain sagen würde: „Sommer ist die Zeit, in der es zu heiß ist, um das zu tun, wozu es im Winter zu kalt war.“

Das Rezept geht so:

Aus 50g (Puder-)Zucker, 125 Butter, 250g-300g Weizenmehl und einem Ei stellt man einen Mürbeteig her. Es ist etwas weniger Zucker als üblich, denn es wird ja noch ziemlich süß dekoriert. Mehr zum Mürbeteig gibt es im Artikel „Goldene Regeln“.

Nachdem man ihn ein wenig kühl gestellt hat, wird der Mürbeteig ausgerollt und in Sohlenform gebracht. Marie hat dazu zwei verschieden große Lochtüllen benutzt, die Form nicht gleich ganz ausgestochen, sondern eher angedeutet und mit einem kleinen Messer nachgeschnitten: 2014-11-24 17.49.06

Mit einem Strohhalm wird im vorderen Teil der Sohle mittig ein Loch ausgestochen. Da kommen später die Fruchtgummi-Schnüre rein. Bei 180°C ca. 10 Minuten goldbraun backen und abkühlen lassen.

Aus Puderzucker, einigen Teelöffeln Zitronensaft sowie eventuell einem Eiklar einen Zuckerguss anrühren, mit Lebensmittelfarbe blau einfärben, die Sohlen damit bestreichen und mit Zuckerherzchen garnieren. Nach dem Trocknen zwei Fruchtgummi-Schnüre anbringen, auf der Unterseite mit ein wenig Zuckerguss festkleben.

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