Doppelt hält besser


Viele Backwaren spielen eine große Rolle in der Kindernahrung: Brezeln lassen sich prima auch von den kleinsten Kinderhänden halten, lassen sich sauber verzehren und werden so über einen langen Zeitraum genossen. Ähnliches ist beim Zwieback der Fall, den man im Erwachsenenalter eher nur im bettlägerigen Krankheitsfall zu sich nimmt. Und dann die Krümel verflucht, die im Bett so pieksen.

So bin ich damit auch groß geworden und hab mir viel später erst Gedanken darüber gemacht, dass der Zwieback deshalb so heißt, weil er zweimal gebacken wird. Beim nochmaligen Backen der Scheiben wird dem Zwieback dann auch noch der letzte Rest Feuchtigkeit entzogen. Zwieback ist lange haltbar und machte ab dem 17. Jahrhundert Karriere als Schiffszwieback.

Aber schon die alten Griechen und Römer haben Zwieback hergestellt, das Verfahren ist also schon ziemlich alt. Es hat in meiner Ausbildung hingegen keine Rolle gespielt. Der Name jedoch schon:

„Zwieback“ wurde abgeleitet vom italienischen Wort „biscotto“, was wiederum aus dem lateinischen „bis coctus“ hervorging, „zweimal gebacken oder gekocht“. Was sich noch heute im niederländischen „beschuit“ oder französischen „biscuit“ findet.

2015-07-24 08.34.15

Und mit Biskuit haben wir uns sehr viel beschäftigt (z.B. im Artikel „Massen bis zum Anschlag“), heutzutage wird der aber nur einmal gebacken, sonst war’s das mit der zarten Fluffigkeit.

Oder wie Alfred Hitchcock sagen würde: „Das Kino ist nicht ein Stück Leben, sondern ein Stück Kuchen.“

 

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2 Kommentare

  1. Kathrin

    Ein Vegesacker Kollege meines Vaters erzählte immer die lokale Sage, dass der Zwieback aus Vegesack stamme. Nun habe ich recherchiert und bei Wikipedia (und der Website der Bäckerei Schnaare, Bremen) folgendes gefunden:
    Gebacken wird der Bremer Zwieback in speziellen Zwiebacksrahmen, die auf ein Backblech gelegt werden. In einen solchen Rahmen passen 56 Stück Einback. Typisch für den Bremer Zwieback ist seine sechseckige Form.
    Bremer Zwieback besteht aus einem leichten Hefeteig, der wenig gesüßt ist. Er wird zu kleinen Teigstücken aufgearbeitet, welche anschließend rundgewirkt und, jeweils zwei Teigstücke übereinander, in den Zwiebacksrahmen gesetzt werden. Die Teigstücke werden versetzt in den Rahmen gelegt, so dass die sechseckige Form entsteht.
    Nach dem Backen muss dieser Einback mindestens einen Tag ablagern. Dann werden die einzelnen Einback abgeschnitten und in der Mitte durchgeschnitten. Mit den Schnittflächen nach oben weisend, werden diese Einback im Ofen goldgelb geröstet. Dadurch wird die Haltbarkeit erheblich erhöht…

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  2. Rosemarie

    Dank deiner, Sandra, und Kathrin ist der Zwie-back jetzt kross gebacken und durchleuchtet! Das war wirklich interessant. Für den französischen Part kann ich noch hinzufügen, dass „biscuit“ mit den beiden Bedeutungen, 1. Biscuitteig und 2. Keks existiert. Der Zwieback ist ähnlich dem Italienischen „biscotte“. Dabei fällt mir ein, dass ich schon lange keinen mehr gegessen habe – aber die mit einer Schokoladenseite besonders lecker sind! –
    Liebe Grüße und bis bald wieder, R*

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