Marzipanblume zum Muttertag


Die Meisterprüfung des Bäckerhandwerks besteht aus 4 Teilen: Fachpraxis, Fachtheorie, Wirtschafte- und Rechtskunde und dem sogenannten Ausbilderschein.

Die ersten drei Teile haben es dermaßen in sich, so dass der Ausbilderschein eher zu kurz kommt und im Hauruckverfahren absolviert wird. Aber auch hier gilt es, eine Klausur zu bestehen und vor allen Dingen gibt es eine praktische Übung, die die Prüfer davon überzeugen soll, dass man Lehrlinge ausbilden kann. Sonst könnte ja jeder kommen.

Wir haben das im Meisterkurs entsprechend geübt, Lehrlinge waren ja oft zugegen in der Bäcker-Innung und durften dann herhalten für einen Testlauf des angehenden Ausbildenden. Einer meiner Kollegen hat einem Lehrling gezeigt, wie man eine Rose aus Marzipan formt und die verschiedenen Schritte dazu erklärt. Das Ergebnis sah großartig aus, filigran und wunderschön geformt.

Im Nachhinein hat sich heraus gestellt, dass der Lehrling der Enkel eines Konditors war und das Formen einer Rose aus Marzipan bereits im Kindesalter gelernt hat. Ahnt ja keiner. Frustriert meinte der Meisterschüler später: „Meine Rose sah eher aus wie eine Nelke, verglichen mit dem Werk des Azubis…“

Für alle, die keinen Konditor zum Großvater haben, sind hier die einzelnen Schritte zum Formen einer Rose. Oder auch Nelke, es sollte aber in jedem Fall aussehen wie eine Blume, schließlich ist heute Muttertag!

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Man nehme rotes Marzipan (gibt es schon fertig zu kaufen, das selbst einzufärben geht zwar auch, aber ist eher eine Sauerei und langwierig), einen Teigschaber, Frischhaltefolie und ein scharfes Messer.

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Man schneide sich mehrere Stückchen ab für mindestens fünf Blätter, forme diese zu Kügelchen und modelliere den Stempel:

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Nun werden die Blätter geformt, dazu schlägt man die Frischhaltefolie einmal um die Marzipan-Kugeln:

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Mit dem Teigschaber streicht man die Kugeln dünn aus, eine Seite sollte dabei etwas dicker sein, die gegenüberliegende Seite darf gerne etwas filigraner ausfallen. Das geht natürlich auch mit bloßen Händen. Wenn das Marzipan zu warm ist, um sich gut formen zu lassen, stellt man es einfach für ein paar Minuten in den Kühlschrank.

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Die Blätter wickelt man jetzt vorsichtig um den Stempel:

2015-05-10 17.02.03Das nächste Blatt setzt man jeweils da an, wo das vorhergehende aufhört, bis alle Blätter aufgewickelt sind:

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Zum Schluss kann man das dicke untere Ende noch etwas abschneiden, davor stellt man das Werk am besten ein paar Minuten kalt. Et voilà:

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Oder wie Anke Maggauer-Kirsche sagen würde: „Blumen müssen nicht schön sein. Sie sind es.“

Der Bäckerblog wünscht allen Müttern (allen voran meiner eigenen!) einen wunderbaren Muttertag.

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Ein Kommentar

  1. ingrid

    liebe sandra, dein rosen-muttertags-beitrag ging bei mir unter und ich hab ihn erst jetzt entdeckt. sorry. so eine rose werde ich auch mal probieren. es gibt ja auch weiße – dafür hab ich marzipan im haus 🙂 liebe grüße ingrid

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