Glückskekse


Der Winter vergeht dieses Jahr irgendwie nicht und noch bis vor kurzem gingen die üblichen Symptome um: Grippezeit war angesagt. Viele husten nach wie vor vor sich hin, ich höre sehr oft, dass sich Atemwegsbeschwerden sehr hartnäckig halten in diesem Jahr.

Dabei kann man dem so leicht und effektiv entgegenwirken: Ich schwöre auf Ingwer.

Ginger-plant-flower-root von McCormick and company (Public domain), via Wikimedia Commons

Allerdings ist es für viele ein Graus, dieses bewährte Heilmittel zum Beispiel als Tee zu sich zu nehmen. Dabei gibt es eine ganz andere Variante, Ingwer zu konsumieren. Über den Heileffekt mag man sich da in der Tat trefflich streiten, der geht dann vermutlich gen Null.

Es handelt sich – wie sollte es anders sein – natürlich um ein Backwerk: Ingwer-Ecken, mein liebstes Teegebäck. Meine Glückskekse, sozusagen.

Das Wort „Keks“ ist im Übrigen im Bäckereiwesen für diese Art von Backwerk verpönt, ein Keks ist viel größer als ein kleines Teegebäck, das meist mit einem Haps verschwunden ist. Das ist jedoch Lehrbuch-Wissen, an das sich kaum jemand in der Backstube hält.

Ich gebe zu, dass die Zubereitung ein kleinwenig zeitintensiver ist als die Herstellung eines Tees, aber es lohnt sich unbedingt:

Dafür werden

  • 75g Puderzucker
  • 125g Butter (kalt, zu Würfeln zerkleinert)

gut miteinander vermengt, bis sich der Zucker mit der Butter verbunden hat. Dann

  • 1 Prise Salz
  • 225g Weizenmehl

dazu geben und vermischen. Es darf gerne noch bröselig sein, eine Zutat kommt ja noch hinzu. Ich mache das übrigens immer gleich mit den Knethaken eines Handrührgerätes.

Oft findet man in Rezeptbüchern die Angabe „die Zutaten mit einem Messer hacken“. Das hab ich noch nie gemacht und lange nicht verstanden, wozu das eigentlich gut sein soll. Jetzt weiß ich, dass es dazu dient, dass man da nicht mit den Händen hantiert. Denn sonst würde das Fett zu warm werden, was zu vermeiden ist. Warum das so ist, steht im Mürbeteig-Artikel Goldene Regeln.

Wenn man keinen Puderzucker zur Hand hat, tut es übrigens auch normaler Haushaltszucker. Puderzucker lässt sich leichter mit dem Fett vermengen und das Teegebäck läuft beim Backen nicht so breit.

Fertig ist ein Mürbeteig mit etwas mehr Zucker, der den scharfen Ingwergeschmack etwas abmildert.

Und der kommt jetzt hinzu:

2015-03-01 17.29.13

90g kandierten Ingwer
klein häckseln, von Hand oder im haushaltsüblichen Zerkleinerer.
Die kleinen Ingwerstückchen mit dem restlichen Teig vermischen, in Backstuben spricht man von „unterlaufen lassen“.

Das Ergebnis zu langen Stangen formen, jetzt dürfen natürlich die Hände dazu. Der Teig könnte noch etwas bröselig sein, da hilft jedoch geduldiges Weiterformen, das wird schon. Der Formgebungsphantasie sind kaum Grenzen gesetzt, man kann das zur Rolle, zur rechteckigen oder dreieckigen Stange formen.

Bei Bedarf und Muße (es geht nur ums Aussehen) mit Eiklar (oder ein bisschen Wasser) bestreichen und in fein- oder grobkörnigem Zucker wälzen. Für eine schickere Optik sorgt brauner Zucker, am besten Farinzucker.

Ab in den Kühlschrank damit, etwa eine Stunde lang, dann lassen sich die Stangen besser in ca. 0,5-0,7cm dicke Stücke schneiden.

Etwas schneller kühlen die Stangen im Gefrierschrank ab, klar. Aber Vorsicht: wenn der Teig so richtig durchgefroren ist, lassen sich die Stangen kaum noch schneiden, sie brechen eher ab. Das Ergebnis wird entsprechend unförmig.

Die Stücke auf einem Backblech (mit Backpapier) verteilen und im Ofen etwa 8-10 Minuten bei 180°C backen. Und wieder ist Vorsicht geboten: Nicht zu dunkel backen, sonst wird das Gebäck zu kross. Das trocknet beim Auskühlen durchaus etwas nach, darf also noch ein bisschen weich sein, wenn es aus dem Ofen kommt.

Oder wie der Spruch meines letzten Glückskeks lautete: „Erlauben Sie sich eine kleine Verrücktheit, sie wird wirken wie Medizin.“

Teegebäck

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Ein Kommentar

  1. ingrid

    liebe sandra, da läuft mir das wasser im mund zusammen! obwohl ich nicht gerade nüchtern bin… damit ist nicht alkohol gemeint 🙂 ich hab auch schon gehört, dass manche ihre flüssigkeit in form von wasser mit einem stückchen ingwer drin trinken. solches ingwergebäck aber hat den üblichen mitteln gegen grippe den wohlgeschmack voraus. danke fürs rezept und für das foto! liebe grüße ingrid

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