Backstuben-Allrounder


Er kostet wenig bis fast nichts, wird einem auf Back-Messen schier hinterher geworfen und ist meistens aus Plastik: Der Schaber. Genauer: Teigschaber.

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Der ist so vielfältig einsetzbar, das ich ihn für eines der wichtigsten Geräte in der Backstube halte. Man kann damit Massen in Spritzbeutel füllen, Teig portionieren, Krem sauber auf einem Kuchenboden verteilen, Schüsseln ordentlich auskratzen, den Kneter vollständig vom Teig befreien, Teigreste vom Tisch kratzen und und und. Alles Mögliche, ein Backstuben-Allrounder halt.

Oft hat man einen Lieblingsschaber, den man vor den Kollegen und Kolleginnen in Sicherheit bringt und immer mit sich führt. Ein weit verbreitetes Hobby in der Backstube ist nämlich das Entwenden von gerade eben sorgfältig zusammen gesammelten Gerätschaften, die man für das Verzieren der Torte oder Abwiegen des Teiges für die Schrippen braucht. Hinterrücks werden einem da die Sachen von den Mitbackenden entwendet, weil die das Gerät im gleichen Moment auch so gut brauchen konnten. Pah.

Zurück zum Schaber. Es gibt ihn mit Stiel, wie man ihn meist in üblichen Haushalten sieht:

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Da gibt es die unterschiedlichsten Namen dafür: Julius, Geizhals, Gummi-Mambo. Den schönsten Ausdruck fand ich Kinderfeind, weil nichts in der Schüssel bleibt, was man auslecken könnte.

Ohne Stiel findet man ihn in den Backstuben (dort habe ich noch nie einen mit Stiel gesehen). In unterschiedlichsten Formen und Härtegraden. Je nach Art der Verwendung ist ein weicher oder harter Schaber sinnvoll. Mein Lieblingsschaber in meinem Ausbildungsbetrieb war ein blauer, mittelharter, der schon einen Knick in der Mitte hatte. Der ließ sich super halten, um damit die Brandmasse in den Spritzbeutel zu füllen.

Als ich einmal auf andere Bäcker und Bäckerinnen aus dem Süden Deutschlands traf, ist mir klar geworden, dass dieses kleine Ding auch für gehörige Sprachverwirrung sorgen kann. Im Norden heißt es: „Gib mir mal den Schaber“, im Süden sagt man „Gib mir mal das Horn“.

Logisch, früher waren die ja aus Horn gemacht.

Oder wie jemand Unbekanntes sagen würde: „Niveau ist keine Krem und Stil ist nicht das Ende des Besens.“

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3 Kommentare

  1. ingrid

    liebe sandra, so ein teil hab ich natürlich auch – mehrere. aber ich nehme meistens einen löffel. damit geht es nicht gar so gut. da ich jedoch die schüssel ausschlecke, ist das nicht so schlimm… immer wieder freu ich mich, wenn dein blog erscheint. ich kann stets dazu lernen. den ausdruck „kinderfeind“ für den teigschaber find ich auch gut. den schaber nehme ich gerne, wenn ich hefeteig oder mürbeteig fabriziert habe. damit lassen sich die reste prima vom tisch abschaben… grüßli ingrid

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  2. ingrid

    nachtrag: auch die zitate finde ich toll!

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  3. Kathrin

    Schön! Und – ich will auch so einen ohne Stil! Auch für die Amateur-Bäckerin ist der Schaber der beste Freund, wenn er die richtigen Elastizität hat….

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