Bloggen an sich…


Mein erster Artikel im neuen Jahr beschäftigt sich aus aktuellem Anlass mit dem, was ich hier jede Woche tue: Dem „Bloggen an sich“. Das Wort „Blog“ ist übrig geblieben von „weblog“, einer Wortkreuzung aus „web“ (Netz) und „log“ (Logbuch). Man kann das zum Beispiel als eine Art öffentlich einsehbares Tagebuch nutzen oder über ein bestimmtes Thema schreiben – so wie ich seit August 2012 über meine Ausbildung zur Bäckerin.

Die ersten „weblogs“ kamen Mitte der Neunziger Jahre auf, es gibt sie also schon eine ziemliche Weile. Wenn ich ein Foto mache, auf dem Personen gut zu erkennen sind, frage ich nach, ob ich dieses verwenden darf. Auch sonst sichere ich mich gut ab. Sonst wäre der Ärger ja schon vorprogrammiert. Der Blog ist halt eine öffentliche Geschichte und was einmal im Internet zu finden ist, ist da kaum mehr weg zu kriegen.

Ich merke sehr deutlich an Reaktionen, dass der Blog gelesen wird. Manchmal wissen Menschen über meine Artikel Bescheid, von denen ich das nie erwarten würde.

Als Bloggerin berührt mich das Schicksal eines anderen Bloggers besonders, über den derzeit viel in den Medien zu lesen ist:

Raif Badawi ist Blogger in Saudi-Arabien. Er hat 2008 einen Blog eröffnet, der als Diskussionsplattform diente. Menschen konnten darauf über Religion und Politik diskutieren. Hier wäre das eine vermutlich unspektakuläre Sache und wohl nicht weiter wild gewesen.

In Saudi-Arabien wurde der Blogger dafür verhaftet. Verurteilt zu zehn Jahren Gefängnis und 1.000 Peitschenhieben, je 50 pro Woche. Anfang Januar wurden die ersten Hiebe in aller Öffentlichkeit vollstreckt.

Natürlich sind die Inhalte, über die ich schreibe, harmlos. Das hängt aber offenbar stark davon ab, in welchem Land man lebt. Und ich weiß eben, wie Blog schreiben geht und was man dabei macht. Deshalb berührt mich das wohl in besonderem Maße. Mhm.

Nächste Woche wieder zu meinem eigentlichen Thema, versprochen. Dann auch wieder mit Spruch. Vorher noch kurz der Hinweis, dass man sich hier für Raif Badawi einsetzen kann.

PS: Ganz nebenbei gibt es übrigens Länder, in denen manche Blog-Plattformen von vornherein blockiert sind. Jemand, den ich gut kenne, war für mehrere Monate in China und wollte meinen Blog ansehen. Dort gehört die Blog-Plattform „WordPress“ allerdings zu den Seiten, die nicht erlaubt sind, mein Blog ist dort also gesperrt. Interessant.

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3 Kommentare

  1. Interessanter Artikel. Ja, man hat als Blogger auch Verantwortung für das was man schriebt. Übrigens: Es gibt auch in China Möglichkeiten, auf wordpress.com und Facebook oder andere westliche Seiten zu kommen, die blockiert sind: Mit einer VPN-Verindung ist das kein Problem. Ich habe eine Freundin in Shanghai, die blogt regelmäßig auf ihrem wordpress.com-Blog: https://littlebigasia.wordpress.com/
    LG Ulrike

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    • Danke für die Info, Ulrike! Ja, sie hat dann über VPN gelesen. Ich finde es trotzdem bemerkenswert, dass man zum Lesen über Umwege gehen muss…

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  2. ingrid

    liebe sandra, ausgesprochen quälend die vorstellung, dass sogar fürs blogschreiben so grausame strafen ausgesprochen werden. natürlich hab ich mich auch beteiligt und unterschrieben. das mindeste… liebe grüße ingrid

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