Window Shopping


Wikipedia definiert Schaufenster als meist großflächige Durchsichtfenster, hinter denen Waren von außen sichtbar zur Schau gestellt werden. Man nennt das mittlerweile auch „visual merchandising“, ein Schaufenster zählt zu den wirksamsten Werbemitteln überhaupt. Erstmals übrigens wohl um 1780 in Paris entstanden.

Mit dem Schaufenster ist also viel zu reißen, seine Einrichtung sollte wohl überlegt sein. Bei der Meisterprüfung sind die Produkte, die wir in den zwei zur Verfügung stehenden Tagen herzustellen hatten, entsprechend wirksam im Schaufenster zu präsentieren.

Wie mein Schaufenster aussah, habe ich vergangene Woche bereits präsentiert, noch mal zur Erinnerung hier der Hintergrund zu meinem Thema „Weizen“:

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Folgende Produkte waren dem Thema entsprechend herzustellen:

  • Ein Spezialbrot (im Unterschied zum normalen Brot hat das ein anderes Backverfahren oder andere Zutaten oder einen anderen Nährwert)
  • Drei verschiedene Brötchenarten
  • Drei Desserts aus unterschiedlichen Massen (z.B. Brandmasse, Biskuitmasse) unter Verwendung von Krems oder Sahne
  • Eine Festtagstorte (runde Torten sind ja pillepalle, es musste schon eine besondere Form sein)
  • Ein dreidimensionales Schaustück

Das Schaustück war – wie bereits dargestellt – bei mir der Längsschnitt durch das Weizenkorn.

Am ersten Tag kümmerte ich mich vor allem um die Desserts und alles was dazu gehört: Verschiedene Biskuitmassen, eine Brandmasse, Sahnekrems, Butterkrem, den Mürbeteigboden für die Torte usw. Nebenbei entstand das Schaustück und verschiedene Vorbereitungen für den nächsten Tag. Das klingt insgesamt nach viel weniger, als es letztlich war. Langeweile kam jedenfalls nicht auf dabei.

Fertiggestellt sahen die Desserts bei mir dann so aus:

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Im Einzelnen waren das Brombeertörtchen mit Granatapfelkernen, eine Biskuitrolle mit einer Mandarinensahnekrem und einem Kern aus Mandarinengelee, Eclairs mit aromatisierter Krem und einem Filigran aus weißer und dunkler Schokolade. Jeweils mit dem „Logo“ Weizenähre.

So ein Filigran aus Schokolade ist keine schlimme Bäcker-Hexerei, allerdings kann das ewig Zeit verschlingen, weil z.B. die Schokolade nicht die richtige Temperatur hat oder die Hand vor Aufregung nicht ruhig genug ist. Hat aber entgegen meiner Erwartungen gut geklappt, obwohl es durchaus noch etwas filigraner hätte sein können.

Die Herstellung von Brot und Brötchen prägte Tag zwei, aber nebenbei waren ja Desserts und die Torte zu vollenden. Wenn was nicht auf Anhieb klappte (wie bei mir eine Sorte Brötchen, bei einem Kollegen das Brot, einem anderen ist die Torte zu Boden gefallen), war zum Glück ausreichend Zeit, noch mal von vorne damit anzufangen:

Gerade in diesem Bereich dominiert klar das Naturfarbene, was sich gut zu dem Hintergrund des Weizenfeldes macht. Das ist ja hauptsächlich semmelblond. Bis auf die knallroten Tupfen, die man in der Natur hin und wieder entdecken kann: Klatschmohn-Blüten. So sollte meine Torte aussehen und damit einen ordentlichen Kontrast bieten:

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Um 16h war alles im sogenannten „Meistersaal“ der Bäcker-Innung aufgebaut, dann waren die Prüfer an der Reihe zu begutachten, zu verkosten, zu bewerten. In der Zwischenzeit putzten wir die Backstube, räumten zusammen und gingen erstmal was essen. Und ein Bier trinken, ein redlich verdientes.

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Vier Stunden später lüfteten die Prüfer das Geheimnis: Diesen Teil der Meisterprüfung hatte jeder von uns in dieser Gruppe bestanden. Puh! Danach war etwas Zeit, die Werke der Kollegen sowie der Kollegin genauer anzusehen, auch zu kosten, zu fotografieren und dann ziemlich schnell zusammen zu räumen. Ratzfatz war der Meistersaal schon wieder frei geräumt. Eigentlich schade um die viele Mühe.

Meistertisch

Im Gegensatz zu den anderen habe ich allerdings die Möglichkeit, meine Deko und Ideen nicht nur in der Meistermappe zu präsentieren, die wir vorab abgeben mussten, sondern auch hier zum Besten zu geben. So ein Blog ist schon was Feines.

Sandra vor dem Schaufenster

Oder wie Henry Ford sagen würde: „Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.“

 

PS: Vielen Dank an Arnd für die vielen goldenen Tipps, unermüdliches Ratgeben und die stete Ermutigung!

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3 Kommentare

  1. Wahnsinnig schön und ansprechend!

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  2. Ich bin schwer beeindruckt! Das sieht toll aus! So ein Bäckerschaufenster habe ich noch nie gesehen. Und ich würde wahrscheinlich lange davor stehen und alles genau studieren und viel lernen und dann reingehen, um mir die Torte zu kaufen oder die Eclairs oder die Brötchen. Jetzt habe ich appetit bekommen und muss erstmal was frühstücken! Dir wünsche ich weiterhin viel Erfolg! Ulrike

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  3. ingrid

    einfach meisterlich, sandra! die torte ist sowas von originell! und dass du bei den törtchen granatapfelkerne genommen hast, auch nicht alltäglich. Dieses schaufenster dürfte man gar nicht unveröffentlicht und nur für die prüfer lassen. genial, dein blogging ist auch meisterlich! :-)) danke fürs zeigen. grüßli ingrid

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