Versemmelt


Es war wie seitwärts Einparken, es gibt Tage, da klappt es halt nicht. Und zwar so überhaupt nicht, da kann man noch so sehr hin- und herkurven. Ich hab es am Montag ja schon angedeutet und mein Gefühl hat mich nicht getäuscht: Die Arbeitsprobe lief nicht. Das wurde mir jetzt von den Prüfern mitgeteilt. Ich hab es schön versemmelt und darf dafür noch mal ran. Vermutlich Ende November. Mist. Oder auch nicht, besser als nur ganz knapp zu bestehen.

Damit deutlich wird, was nicht lief, geh ich mal ein paar Sachen von der Liste aus dem Artikel „Arbeitsprobe“ durch. Die knappe Zeit spielte die Hauptrolle in diesem Drama. Dat janze Elend in Stichpunkten:

  • Roggenmischbrot: Eindeutig zu früh geschoben. Ich hab das Brot nicht lange genug garen lassen, die Zeit lief ab und es musste schnell gehen. Es platzte beim Backen schön an der Seite auf.
  • Blätterteig: Da hatte ich Schwierigkeiten mit dem Ausrollen. Gleichmäßig sieht anders aus.
  • Plunder: Prinzipiell ok, aber unregelmäßig aprikotiert.
  • Flechtgebäck: Zu dunkel geworden. Das war das Problem der Prüfer. Ich hatte stattdessen ein ganz anderes. Ich flechte sehr, sehr gerne. Drei verschiedene Arten der Flechtung sollten es sein. Eine einfache Übung. Normalerweise. In der Prüfung kam er mit voller Wucht: Der Blackout. Eine Flechtung funktionierte so gar nicht mehr, weg. Später hab ich meinen Fehler verstanden, ich hatte schlicht den Anfang falsch gelegt, das war alles. Hat mich trotzdem aus dem Tritt gebracht während der Prüfung.
  • Teegebäck: Da muss ich mich deutlich verwogen haben, eines der Gebäcke war wohl zu stark gewürzt. Und den Prüfern zu kross gebacken.

2014-10-27 15.46.45

Die Meisterprüfung im engeren Sinne am Mittwoch und Donnerstag vergangene Woche verlief vollständig anders – sehr gut nämlich. Zum Glück, denn diese Tage zu wiederholen, wäre ungleich schwieriger gewesen. Dafür sucht man sich ja ein Thema aus, stimmt seine Gebäcke darauf ab, wählt die Deko entsprechend aus und stellt eine Mappe mit Kalkulationen, Rezepten, Hintergründen her.

Zur eigentlichen Meisterprüfung gibt es in ein paar Tagen mehr. Sie hat nämlich unbedingt einen eigenen Artikel verdient, finde ich.

Oder wie Agatha Christie sagen würde: „Scherben bringen Glück – aber nur dem Archäologen.“

 

Advertisements

5 Kommentare

  1. Rosemarie*

    Das „Versemmeln“ kam ganz unerwartet nach den so vielen Erfolgen……aber, du kannst es wiederholen, uff! Nix schlimmer, als keine weitere Chance! Hau rein: neues Spiel, neues Glück! Ich keuze weiter die Finger und sag ganz laut das französische Glückswort: m….!
    Durchhalten!! R*

    Gefällt 2 Personen

  2. Das tut mir sehr leid für dich. Ich drücke die Daumen fürs nächste mal!!

    Gefällt 1 Person

  3. ingrid

    warum soll ein bäcker nicht auch mal was „versemmeln“? und bei der arbeitsprobe ist das wohl so, dass die bäcker weltweit das von euch verlangte pensum in dieser prüfung ein paar jahre später auch nicht mehr stemmen könnten. haben sie doch alle ihre helfer! der prüfungsdruck ist ja auch nicht gerade zuträglich. im normalen bäckerleben hättest du das mit links hingekriegt.
    dass du die wiederholung erfolgreich schaffst, wünscht dir von herzen mit grüßle ingrid

    Gefällt mir

  4. Interessant! Beim näcvhsten Mal viel Glück! LG Ulrike

    Gefällt 1 Person

  5. Spike

    Das tut mir sehr leid, dass die Prüfung nicht so gelaufen ist, wie du es dir erhofft hättest. Wenn man so diszipliniert und hingabungsvoll an einer Sache gearbeitet hat, schlägt eine solche Situation dann natürilch auch besonders hart zu. Ich schätze, gerade eine derartige praktische Prüfung ist einfach auch eine besondere Herausforderung, wenn man die Meisterprüfung direkt an die Lehre anschließt, weil man dann noch nicht ganz so viel Praxisroutine hat wie jemand, der vielleicht schon jahrelang in einem Betrieb gearbeitet hat. Dafür haben diese Kandidaten vielleicht mehr Schwierigkeiten mit der Theorie, weil sie aus der Lernroutine schon zu lange draußen gewesen sind.

    Letztendlich macht dich diese „Niederlage“ aber auch menschlich. Gerade vor dem Hintergrund der immensen Erfolge zuvor zeugt es auch von einer gewissen Charakterstärke, mit der Situation offen umzugehen und nach vorne zu schauen. Das schafft nicht jeder. Ich glaube, du wirst aus dieser Erfahrung viel lernen. Gerade später in der Praxis kann so einiges schief gehen. Was etwa tun, wenn in der Bäckerei plötzlich der Ofen aus technischen Gründen ausfällt und die ganze Tagesproduktion in Gefahr ist? Es ist gut, wenn man schon vorher Erfahrungen mit Krisensituationen gemacht hat, sodass man im Fall der Fälle die Ruhe bewahren kann.

    Ich drücke dir für die weiteren Prüfungen die Daumen.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: