Fünf fix flechten


So, husch, husch, Hände gründlich waschen und ab in die Backstube, Flechtwerk steht an. Das zählt mit zu meinen Lieblingstätigkeiten in der Backstube, „flechten fetzt“ würde ein früherer Kollege sagen. Das hab ich schon bald in der Ausbildung bemerkt, wie zum Beispiel im Artikel „Hoher Vierer“ erwähnt.

Flechten kann man prima mit Schrippenteig, auch mit Brotteig (sofern ein dicker Weizenmehlanteil mit im Spiel ist). Wir greifen uns heute einen „mittelschweren Hefeteig“ (siehe unter „Rezepte“), der eignet sich dazu super. Den lassen wir nach dem Kneten nicht so fürchterlich lange stehen und garen, denn das Flechten dauert ja auch noch und gönnt der Hefe meistens ausreichend Zeit, um sich zu entwickeln.

Etwa ein Drittel des Rezepts ergibt einen Zopf in anständiger, aber noch handlicher Größe. Man kann auch die Hälfte nehmen, allerdings wird das dann schon ein ordentlicher Oschi.

Die gewählte Teigmenge teilen wir nun in fünf gleich große Stücke für den „Fünfstrangzopf mit Wechselstrang“. Klingt aufwendig, ist aber wunderbar simpel und mit lediglich drei Handgriffen pro Runde bewerkstelligt. Los geht’s:

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Aus den fünf Teilen rollt man gleich lange Stränge:

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Und legt sich diese so zurecht, zwei nach rechts außen, zwei nach unten und einen auf die linke Seite:

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Es gibt für diverse Flechtarbeiten jeweils eine Art Merksatz, der das Einprägen erleichtert. Bei diesem lautet er:

„Außen nach innen – außen nach innen – wechseln“

Bevor hier die Stirn in Falten gelegt wird: Immer locker bleiben, das erklärt sich gleich von selbst.

Fünfer hoch

Der Strang „rechts außen“ wird an den Strang „links innen“ gelegt:

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Jetzt wird der Strang „links außen“ an „rechts innen“ gelegt:

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Der Strang ganz links soll auch noch was zu tun haben:

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Er wechselt den Platz mit dem Strang daneben:

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Deshalb heißt er auch Wechselstrang. Und – Obacht! Wichtig! – liegt bei der Aktion immer unten:

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So, die erste Runde ist schon fertig. War nicht weiter wild, oder? Jetzt noch den Strang ganz links ordentlich hinlegen:.

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Dann haben wir wieder die Ausgangsposition, zwei Stränge zeigen nach rechts, zwei nach unten, einer nach links.

Und von vorne das Ganze, außen nach innen – außen nach innen – wechseln. So sieht das Werk nach der zweiten Runde aus:

2014-07-30 18.13.21

Die drei Handgriffe wiederholen wir  selbstredend so lange, bis die Stränge ganz verflochten sind:

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Die Enden einfach ein bisschen zusammendrücken…

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…und unter dem Zopf verstecken:

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Für die Fotos habe ich einen „toten Teig“ angefertigt: Nur Wasser und Weizenmehl vermischt und geknetet. Da ist keine Hefe dabei, also nichts, was „lebt“. So gibt es auch keine Fotos vom fertig gebackenen Resultat, das wäre zu dürftig ausgefallen. Dann doch lieber eins von einem waschechten Oschi mit ziemlich dicken Strängen:

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Vor ein paar Monaten hab ich diesen Zopf meiner kleinen Nichte Lena beigebracht. Nun ja, klein. Auch nur im Sinne von „die jüngere meiner beiden Nichten“:

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Mit ihren 1,80m wäre sie eine prima Bäckerin, sie würde problemlos in den obersten Herd des Etagenofens kucken können. Wenn ich nachsehen will, ob da oben noch was im Ofen ist, hopse ich immer hoch dafür. Zu flache Arbeitsschuhe halt, aber mit Pumps arbeitet es sich so schlecht.

Oder wie Karl-Heinz Rummenigge (1,82m) sagen würde: „Wenn man über rechts kommt, muss die hintere Mitte links wandern, da es sonst vorn Einbrüche gibt.“

 

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Ein Kommentar

  1. ingrid lüderitz

    liebe sandra, danke fürs zeigen. ich hab gemerkt, dass ich einen handgriff verkehrt gemacht habe. am geschmack änderte sich nix, aber anders ausgesehen hat das ganze gebacken denn doch 🙂 liebe grüße ingrid

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