Meisterlich


Ich will auch einen weiteren haben. Auch wenn es dafür keinen Stern gibt, für den Meistertitel den ich anstrebe. Einmal ist mir das ja schon gelungen, seit 2002 trage ich dank erfolgreich über die Bühne gebrachter Uniexamen den Titel „Magistra artium“. Die lateinische Bezeichnung klingt übersetzt viel imposanter, demnach bin ich „Meisterin der freien Künste bzw. Wissenschaften“. Holla. Kann man sich glatt was drauf einbilden.

Ende Oktober 2014 will ich meinen zweiten Titel holen und „Bäckermeisterin“ werden. Seit dem 7. Juli 2014 sitze ich im Meisterkurs bei der Berliner Bäckerinnung. Vollzeit, das heißt jeden Tag ab 8h wird gebüffelt, gerechnet und ins Hirn getrichtert. Deswegen geht das auch relativ fix, der Kurs dauert nur 16 Wochen. Das Hauptaugenmerk liegt bei den Meisterprüfungen auf dem theoretischen Teil. Leider, ich hätte mir mehr praktischen Unterricht gewünscht.

Früher musste man ja erstmal mindestens drei Jahre als Geselle gearbeitet haben, um überhaupt an so was wie Meisterausbildung denken zu dürfen. Vor ein paar Jahren fiel diese Bestimmung. Jetzt muss man zur Prüfung den Gesellenbrief in der Tasche haben. Deshalb darf ich auch schon damit anfangen, obwohl ich offiziell noch Lehrling bin. Zum Zeitpunkt der Prüfung bin ich aber schon Bäckergesellin. Da bin ich optimistisch.

Damit ich den Kurs besuchen kann, habe ich allen Urlaub zusammen gerafft, Überstunden gemacht und Extratage geleistet. So habe ich meine verbleibenden Azubitage schon fast gänzlich abgeleistet und habe bis Ende August „frei“.

Diese seltsame Situation, neben einem Azubi im Meisterkurs zu sitzen, führte schon ein paar Mal zu heftigem Stirnrunzeln bei den Mitstreitern. Verständlicherweise, das fühlt sich auch für mich merkwürdig an. Aber ich bin da zum Glück nicht die Einzige, die den Weg so geht: Wir sind zu dritt aus meiner Klasse und waren mit Ende 30 bis Mitte 40 schon immer die die ältesten Lehrlinge des Jahrgangs.

Der Ausbilderschein zählt unter anderem zum Kursinhalt, man wird als Meisteranwärter darauf geschult, später Lehrlinge anleiten und ausbilden zu können.

Damit fang ich gleich mal an: Im Artikel „Auf Herz und Nieren mit Kirschwasser“ habe ich den Begriff „Schneider“ fallen lassen. Das ist ein Brötchen, bei dem der Ausbund verklebt ist und der Schnitt nicht aufgegangen ist beim Backen. Und weil es sich mit Bildern ja besser lernt, ergänze ich hier um diese Fotos:

2014-07-13 19.10.50

Brötchen Schneider

Oder wie William Shakespeare sagen würde: „Wir wissen wohl, wer wir sind; aber nicht, was wir werden können.“

 

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4 Kommentare

  1. Hi Sandra, von mir gibt’s auf jeden Fall schon mal einen für deinen Blog: ⭐️
    LG aus dem Schwarzwald

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  2. ingrid lüderitz

    da hat peter recht :-)) in punkto blogkarriere bist du schon längst meisterlich. und dass du am ende des kurses mit dem titel bäckermeisterin ausgezeichnet wirst: da muss man nicht hellseher sein, um das zu wissen :-)) grüßli ingrid

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  3. Keine Fußballsprüche mehr? Ich vermisse sie! Und ansonsten drücke ich natürlich die Daumen für den Meistertitel – und mag dann auch gerne in eine meisterlich hergestellt Laugenbrezel beißen ;-).

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