50 Billiarden Tonnen – Auflösung


Na, weiß noch jemand, was passiert, wenn bei Brot und Brötchen Salz vergessen werden? Dann schnell noch mal nachlesen im ersten Teil dieses Artikels.

Jetzt geht es um den umgekehrten Fall: Gibt ein Bäcker zu viel Salz zum Teig, weil vielleicht verliebt oder so, bewirkt das das genaue Gegenteil: Die Hefe arbeitet kaum, das Gebäck bleibt klein, die Porung ist nicht schick. Weil ja der Kleber viel zu stark ist und da ist ja kaum ein Gärgas, was er halten kann.

Schon tricky, das Zeug. Weil das so stark mit der Hefe reagiert, achtet man tunlichst auch beim Abwiegen darauf, Salz und Hefe zu trennen. Besonders, wenn man vorwiegt, also das Abgewogene vielleicht noch eine Weile in der Backstube steht, bevor es zum Einsatz kommt. Die beiden sollen sich erst bei der Teigbereitung im Kessel treffen. Wie Salz auf Hefe wirkt, wurde mir in der Backstube gezeigt. Auf einen Krümel Hefe haben wir Salz gestreut:

Salz auf Hefe I.jpg

Nach zwei Stunden sah das so aus:

Salz auf Hefe II.jpg

Während meiner Recherchen zu diesem Thema ist mir aber noch viel mehr untergekommen, was ich euch auf gar keinen Fall vorenthalten möchte. Et voilà:

– Das Wort „Salz“ bedeutete ganz, ganz früher, ein paar Tausend Jahre her, das „Schmutziggraue“.

– „Ist das Essen versalzen, ist der Koch verliebt.“ Die Redensart hat ihren Ursprung wohl in der Antike. Salz galt damals als Aphrodisiakum, mit üppig gesalzenem Essen sollte die Angebetete des Kochs betört werden.

– Ich habe gelesen, wie viel Salz im Meer ist. Und kann mir diese Zahl nicht vorstellen, das klingt schon nach irrsinnig viel: 50 Billiarden Tonnen. Ausgeschrieben kämen an die 50 noch 16 Nullen dran. Da brauchte ich einen Vergleich, um mit der Zahl etwas anfangen zu können und hab ihn auch gefunden: Man könnte mit dem ganzen Salz das gesamte Festland der Erde mit einer 150 Meter dicken Schicht bedecken. Ich fange an zu husten, wenn ich nur daran denke.

– Pro Jahr werden weltweit 200 Millionen Tonnen Salz gewonnen.

– Das Wort „Salär“ kommt von der Lohnzahlung in Form von Salz oder mit Salz konservierten Lebensmitteln.

– „Salami“ und „Salat“ leiten sich ebenfalls vom Wort „Salz“ ab, so hat man beide Lebensmittel hauptsächlich gewürzt.

– Der Mensch hat einen Bedarf von täglich 6g Salz. Also 6 kleine Mensapäckchen. (siehe erster Teil des Artikels)

– Den Bedarf kann man auch beim Eisessen decken, zumindest teilweise: In Kreuzberg gibt es eine Eisdiele, die die Geschmacksrichtung „Caramel au beurre salé“, also mit gesalzener Butter, feil bietet. Fantastisches Zeug, ich kann das aus eigener Erfahrung sagen und sehr empfehlen.

Da sind noch viel mehr Dinge, die ich dazu auflisten könnte. Eine Liste der Städte, die „Salz“ im Namen tragen zum Beispiel (Salzburg, Salzgitter, Salzwedel) und folglich irgendwie damit zu tun hatten. Dazu viele Redensarten, die davon zeugen, wie wichtig Salz für uns ist, aber wie sparsam wir es einsetzen sollten.

Oder wie Sonya Kraus sagen würde: „Wenn Dir das Leben eine Zitrone gibt, frage nach Salz und Tequila.“

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3 Kommentare

  1. Rosemarie

    Hallo Sandra – danke für das „Schmutziggraue“…ich verfolge deine Ausführungen in der französischen Sprache, wo „sale“ (schmutzig) mit „salé“ (gesalzen) auch ganz dicht zusammenliegen! Mach’s gut und lass wieder von dir hören/lesen! R*

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  2. ingrid l.

    das mit den 150 metern salzschicht auf der ganzen erde ist unvorstellbar. da würd man nicht nur husten davon kriegen. zitrone und tequila würden da auch nicht viel helfen…
    danke und liebe grüße ingrid

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  3. Nils

    Salz entzieht der Frischhefe das Wasser, und das vermischt sich dann wieder mit dem Rest; Ergebnis: siehe obiges Bild. Man kann Hefe also vorher ruhig mit Salz vermischen, ohne das die Triebfähigkeit reduziert wäre. Vermehren kann sich die Hefe aber wohl nicht mehr, aber das ist beim Einsatz von frischer Hefe ja normalerweise ohnehin nicht gewünscht.

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