Überzug


Alexander von Humboldt hat einmal gesagt, dass die Natur kein zweites Mal „eine solche Fülle der wertvollsten Nährstoffe auf einem so kleinen Raum zusammengedrängt hat wie gerade bei der Kakaobohne“. Sehr weise, der Herr von Humboldt.

Kakaobohnen-Getrocknet_01

Die hat man gemahlen und mit Wasser vermischt schon bei den Mayas zu einem köstlichen Getränk verarbeitet. Das gab’s aber nur für die, die es sich leisten konnten, also eher Adlige. Frauen und Kinder hatten da nix zu wollen, das Getränk galt ja als Rauschmittel und durfte nur von Männern konsumiert werden. Aus heutiger Sicht so gar nicht mehr vorstellbar. Für mich zumindest nicht.

Später hat man dann begriffen, dass Schokolade, die man längst aus Kakao herstellen konnte, eher kräftigende Wirkung verspricht und verkaufte sie bis ins 19. Jahrhundert hinein in Apotheken. Völlig zu Recht, den Stellenwert verdient sie ja auch. Heutige Studien haben ergeben, dass Schokolade in jedem Fall leicht stimmungsaufhellend, anregend auf den Organismus sowie unterstützend auf die Wundheilung wirkt und sogar Falten vorbeugt.

Als Bäcker hat man ja gelegentlich auch viel mit Schokolade zu tun, besonders wenn man in einem Betrieb lernt, der sowohl Bäckerei als auch Konditorei ist. Das hat sich schon der Herr Konditormeister Miethe gedacht und die erste deutsche Schokoladenfabrik in Halle / Saale gegründet. Gibt’s ja heute noch, die Halloren AG.

Ich hatte bislang hauptsächlich damit zu tun in Form von Kuvertüre, mit der es z.B. Eclairs zu überziehen gilt. Das geht ja relativ schnell. Es dauert allerdings eine ganze Zeit, bis Baumkuchenspitzen überzogen sind…

2013-11-26 09.24.11

2013-11-26 09.24.22Besonders, wenn es viele viele sind:

2013-11-26 09.40.52

2013-11-26 09.40.59

So ein Baumkuchen kann halt etwas größer ausfallen. Und nach geschätzt zwei Stunden (vermutlich war es viel weniger, fühlte sich nur so lange an), hatte ich wirklich den Gedanken: „Nie wieder rühr ich irgendwas mit Schokolade an.“ Ehrlich, ich konnte dunkle Schokolade noch nicht mal mehr riechen.

Das Gefühl hielt sich übrigens nicht sehr lange.

Oder wie Mel Gibson sagen würde: „Nach ungefähr 20 Jahren Ehe kratze ich schließlich an der Oberfläche dessen, was Frauen wollen. Und ich glaube, die Antwort liegt irgendwo zwischen Gesprächen und Schokolade.“

PS: Jawoll, ich war zu sehen und zu hören im Film. (Ersteres wie unten von C. und T. dargestellt. Dankeschön!) Das gibt die ARD-Mediathek sicher noch her…

IMG-20140129-WA0000

Advertisements

2 Kommentare

  1. Edith Riehle

    Ob Kakao, Pizzateig, Lebkuchenteig oder Baumkuchen in Schokolade tunken,
    es ist alles wunderbar dargestellt und beschrieben, macht richtig Spaß, zu lesen !
    Weiter so Sandra !!!! Edith Riehle aus Lahr

    Gefällt mir

  2. Rosemarie

    Hallo, du liebe Bäckerin! Danke für den Schokoladen-blog! “Stimmungsaufhellend / unterstützend für die Wundheilung”….ich glaub, ich geh fortan zum Konditor und nicht in die Apotheke – ist wahrscheinlich sogar billiger? Verstehe jetzt auch noch besser, wieso ich vor ein paar Tagen mordsmäßigen Spaß bei einer Schokoladenschlacht hatte!….Freue mich auf deinen nächsten Blog, R*

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: