Getagt


Es war einmal eine Auszubildende, die bereits im zarten Alter von 3 Lehrjahren zu einer Bundestagung eingeladen wurde. Nämlich zur Bundestagung Handwerk und Kirche in Kaiserslautern, die fand statt im November.

Bereits in 3.500 Zeichen und Printprodukt habe ich das mal erwähnt. Im November habe ich mich also nach getaner Arbeit dahin aufgemacht, mit geschnürtem Bündel (in meinem Fall ein kleiner Rollkoffer) und meiner Arbeitskleidung. Man weiß ja nie. Aber ich habe mich nicht „verkleidet“ (O-ton eines Bäckermeisters zu dem Thema), ganz in Zivil nahm ich also daran teil.

Und wurde trotzdem gleich erkannt als die, die doch auf den Printprodukten zu sehen ist. Jeder bekam eine blaue Mappe mit den Drucksachen und dem Programm. Im kleinen Fenster war ich immer auf dem Flyer zu sehen. Ein merkwürdiges Gefühl, schon leicht modelmäßig, da überall abgedruckt zu sein. Hua!

2013-11-16 13.00.22

Aber für den Modelpart war zum Glück schon eine Handwerkskollegin zuständig, die damals amtierende Miss Handwerk 2013. Eine Kollegin aus dem Bereich des Dachdeckens, die diesen Titel im vergangenen Jahr inne hatte. Hier ganz links zu sehen mit meinen Mitstreiterinnen des Plenums und dem Interviewer:

DSC08685

Klar hab ich gleich mal gefragt, ob es dafür eine Altersbegrenzung gibt…Gibt es wohl nicht, denn ein Mitbewerber für den männlichen Titel war ca. 65 Jahre alt. Er hat aber leider nicht gewonnen.

Ein Vortrag hat den Tag eröffnet, Thema war die Rolle der Frauen im Handwerk aus der historischen Perspektive. Ein toller Ausflug in die Geschichte, ich kann die Lektüre sehr empfehlen.

Und natürlich wurde mir die Exotik meines derzeitigen Tuns mir mal wieder sehr bewusst. Wie, so alt und noch eine Ausbildung? Und dann noch in diesem männerdominierten Beruf? Die Altersfrage blieb an mir alleine hängen, aber darüber gebe ich ja gerne Auskunft, wie das so kam. Zur Männerdominanz konnten meine Mitstreiterinnen sehr viel beitragen, besonders die Dachdeckerin, der in der Ausbildung wohl auch nicht viel zugetraut wurde. Das konnte sie aber mit glänzenden Noten und fundiertem fachlichen Know-How beiseite wischen.

Viel zu fix ging der Tag vorbei, mit spannenden Gesprächen rund um das Thema und verschiedenen Arbeitsgruppen, in denen sich weiter ausgetauscht werden konnte.

DSC08673

Mit vielen guten Kontakten in das Handwerk und einem sehr gestärkten Gefühl, das Richtige zu tun, verließ die besagte Auszubildende Kaiserslautern wieder. Um sich am folgenden Tag wie gewohnt in der Berufsschule einzufinden und weiter dem Ziel, Gesellin zu werden, entgegen zu arbeiten.

Oder wie jemand Anonymes sagen würde: „Auch Wolkenkratzer haben mal als Keller angefangen.“

PS: Meine Filmerfahrungen (wie in Filmreif und Abgedreht beschrieben)  kommen ins Fernsehen! Am 29.1.2014 um 20.15h läuft der Film „Unter Anklage: Der Fall Harry Wörz“ in der ARD. Ich hab ihn auch noch nicht gesehen und natürlich keine Ahnung, ob ich als Heike Gerster herausgeschnitten wurde oder zu hören bin. Wir können ja mal sehen… 🙂 Na dann, Film ab!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: