Neujahrsteig


Da wären wir wieder, die weihnachtliche Schlemmerei ist gut überstanden, das neue Jahr erfolgreich begrüßt, der Bäckerblog zurück.

Mit ein paar kleinen Änderungen, die sind auch schnell erzählt: Die Artikel werden bisweilen etwas kürzer ausfallen und manchmal gibt es nur das Bild des Monats. Aber dafür nach wie vor einmal pro Woche.

Wie gehabt endet jeder Artikel mit einem Spruch. Es ist nur nicht immer Fußball, im WM-Jahr 2014 haben wir vermutlich ja auch mehr als reichlich davon.

Und los geht’s, heute mal wieder mit einem Rezept. Was ich ja zu Silvester sehr vermisse (wenn ich nicht gerade zufällig in der Heimat weile), sind Neujahrsbrezeln. Schlichter Hefeteig zu einer Brezel geschlungen. Das ist zwar nicht weiter spektakulär, gehört für mich aber zum Jahreswechselritual unbedingt dazu. Und lässt sich wunderbar in den Neujahrskaffee tunken – wie mein Großvater schon engagiert zu tun pflegte.

Dazu knetet man sich am besten einen mittelschweren Hefeteig zusammen. Es gibt leichte, mittelschwere und schwere Hefeteige, je nach Fettgehalt werden sie in diese Kategorien eingeteilt. Die Faustregel geht so: Je mehr Fett, desto länger haltbar, desto schwerer. Aus mittelschweren Hefeteigen, sagen wir mit bis zu ca. 20% Fett auf die Mehlmenge bezogen, bereitet man fast alle Blechkuchen zu oder auch Berliner Pfannkuchen oder Zöpfe. Schwere Hefeteige hatten wir kurz vor Weihnachten zur Genüge, daraus werden hauptsächlich Stollen hergestellt.

Also zurück zum mittelschweren Hefeteig, man nehme:

  • 1000g Weizenmehl
  • 150g Zucker
  • 200g Butter
  • 450g Vollmilch
  • 80g Backhefe
  • 10g Kochsalz

Das alles knetet man nur kurz zusammen, kann zusätzlich noch Vanille oder Zitrone dazugeben oder ein Ei. Pro Ei verringert man dann aber den Milchanteil um 30g. Man kann die Hefe auch vor dem Kneten in der Milch auflösen, muss man aber nicht. Wenn alles schön zusammengeknetet ist, lässt man ihn ca. eine halbe Stunde lang ruhen.

Daraus lässt sich nun prima ein Zopf herstellen oder Knoten (die Anleitung siehe unter Hoher Vierer oder Knöpfe und Knoten) oder eben eine Brezel schlingen. Und wie die aussehen sollen, wisst ihr ja. Hier noch mal zur Veranschaulichung ein etwas älteres Beispiel:

Schon früh war ich der Neujahrsbrezel sehr verbunden. Diese von 1982 war wohl eine Spur zu lang im Ofen...

Schon früh war ich der Neujahrsbrezel sehr verbunden. Diese von 1982 war wohl eine Spur zu lang im Ofen…

Das Kunstwerk wird noch mal etwas in Ruhe gelassen, 15-30 Minuten beispielsweise und vor dem Backen mit Ei bestrichen. Eventuell etwas Hagelzucker oder gehobelte Mandeln obendrauf und ab damit in den 190-200°C warmen Ofen. Je nachdem wie dick der Zopf, der Knoten oder die Brezel ist, lässt man das Ergebnis ungefähr 20 – 35 Minuten backen. Immer mal wieder nachsehen, was das Gebäck so macht, empfiehlt sich sehr. Sonst wird’s so dunkel wie auf dem Foto.

Oder wie Voltaire sagen würde: „Alle Menschen sind klug. Die einen vorher, die anderen nachher.“

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2 Kommentare

  1. Die brachte früher mein Patenonkel zu Neujahr, lecker – die niederrheinischen Bäcker können auch ganz gut diese Sorte Hefebackwaren. Zu Nikolaus gibt’s Weckmänner (mit Tonpfeife), zu Neujahr diese Riesenbrezel (mit Mandel) und das ganze Jahr durch Stuten (mit Rosinen).

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  2. ingrid l.

    auch ich hab eine neujahrsbrezel gebacken. doch da hatte ich noch nicht dein rezept. die brezel im ofen wuchs zusammen beim aufgehen, so dass nach dem backen nicht mehr
    zu sehen war, was es sein sollte. aber geschmeckt hat´s trotzdem. und nicht auch „eine spur“ zu lange im ofen. ich musste über diese untertreibung lachen. danke und gruß ingrid

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