3.500 Zeichen


Wie vor einigen Wochen bereits erwähnt, hat mich ein Freund aus meiner Fundraising-Zeit zu einer Tagung eingeladen. Es ist die Bundestagung der Arbeitsgemeinschaft Handwerk und Kirche, die in diesem Jahr im November in Kaiserslautern statt finden wird. Ich fühle mich sehr geehrt, denn das Thema lautet „Starke Frauen – starkes Handwerk“.

Ohne Fleiß kein Preis: Für das zugehörige Printprodukt ist ein Artikel von mir fällig. Circa 3.500 Zeichen inklusive Leerzeichen, wie ich seit Anfang Juli weiß. „Pah, Pustekuchen!“, dachte ich, das schreib ich ja jede Woche. Also schön prokrastiniert das Ganze, herausgeschoben bis zur Deadline Mitte August. Also jetzt.

Ich hatte ja ein paar Angaben, um was es denn gehen soll und wer das Magazin später lesen wird. Der Artikel sollte „sehr biographisch angelegt sein. Es wäre spannend, wenn Du erzählen würdest, was die Motivation für Dich war, vom Fundraising ins Bäckerhandwerk zu wechseln (also: grundsätzlich ins Handwerk, dann aber auch gerade speziell zum Bäckerhandwerk).“

Schaff ich.

„Daneben interessieren natürlich Deine Erfahrungen als Frau in einem eher männlich dominierten Handwerk. Aber auch Deine Erfahrungen als etwas älterer Lehrling zwischen den jungen Lehrlingen.“

Habe ich eine Menge.

„Last but not least: Was sind Deine Träume, Visionen für die Zukunft? Was stellst Du Dir vor? Wo soll es hingehen? Eigene Bäckerei? …“

Ach, Ideen genug, um damit eine Wohnung zu tapezieren.

So dachte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn. Jetzt habe ich festgestellt, dass das ganz schön knifflig ist: Ich muss mir ja vor Augen halten, dass mich die Leser gar nicht kennen, nicht wissen, wer ich bin und was ich vorher gemacht habe. Au weia.

Auch wenn ich die Geschichte meiner Entscheidung und was mir dabei alles so passiert ist, bislang so oft erzählt habe, mir die Frage „warum denn ausgerechnet Bäcker?!“ so oft gestellt wurde, war diese Aufgabe sehr viel schwerer, als ich dachte. Da muss ich mich ja zusammen reißen mit meinen Formulierungen, den Artikel so schreiben, dass er auch ohne Hintergrundwissen zu meiner Person verstanden wird. Und ich habe nicht so viel Zeit, das allmählich aufzubauen, ihr wisst ja längst, worum es geht.

Außerdem ist die Fußball-Weisheit am Ende ein wunderbarer Abschluss jedes Artikels. Ich habe das Gefühl, manches Mal auch schon mitten im Satz aufhören zu können, Hauptsache, der Spruch kommt und der Beitrag ist damit beendet.

Aber: Nach mehreren qualvollen Stunden vor dem leeren Bildschirm bin ich tatsächlich soweit fertig damit, 3.791 Zeichen. Jetzt wird das Ganze noch Korrektur gelesen, ich kann nur hoffen, dass der Artikel nicht in der Luft zerrissen wird.

Oder wie Ron Atkinson sagen würde: „Ich wage eine Prognose: Es könnte so oder so ausgehen.“

SANDRA_BACKSTUBE 03
Zum Glück sind die zugehörigen Fotos von mir längst geschossen worden: Meine Haus- und Hoffotografin war schon im Juni dafür in der Backstube. Wie immer vielen Dank, liebe B.!
Das waren jetzt 2.905 Zeichen.
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2 Kommentare

  1. Michael

    Klasse du bist wirklich eine starke Frau
    und es ist immer wieder schön dein Blog zu lesen.
    Mach weiter so. 👍😄
    Viele Grüße Michael

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    • ingrid lüderitz

      das mit der prokrastination hab auch ich verinnerlicht – nur dass ich vor deinem blog mit diesem thema das fremdwort dafür nicht kannte. aber auch in letzter sekunde schaffst du so eine arbeit – stark eben, wie michael in seinem kommentar auch feststellte. gruß ingrid

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