Ratzfatz


So, positiv nach vorne sehen lautet die Devise im Sommerloch. Ich wurde ja auch glänzend aufgemuntert mit einem sehr leckeren Erdbeer-Himbeer-Törtchen von der Rohkost-Kollegin A. (siehe Kommentar zum Artikel).

Und wie gerufen kam da doch das Treffen von Absolventen der Fundraising-Akademie, zu denen ich mich ja auch zählen darf. Eigentlich wollte ich mich da mal nur kurz hinschleichen, ein paar Menschen drücken und mich flugs ab ins Bett machen, da ich am nächsten Tag Dienst hatte.

Aus dem „flugs“ wurde gerade mal gar nichts. Ratzfatz war ich mitten im Redefluss, die früheren Kollegen zeigten ein ausgeprägtes Interesse am Grund für meine aktuelle Berufswahl. Im Akkord habe ich dann also die Geschichte dazu erzählt und beim Reden selbst wieder festgestellt, warum ich das eigentlich machen will. Und dass mir dieser Weg großen Spaß bereitet! Ohne Hürden wär’s ja schon langweilig.

Eine kleine Hürde im praktischen Bereich stellt für mich ja das Konditorenhandwerk dar, das ja auch zum Teil dazu gehört. Da bin ich eben lieber für’s Grobe zuständig, für soviel zieseligen Feinkram fehlt mir schlicht die Geduld. Stichwort „Torte einstreichen“, zuletzt im Elite-Seminar geprobt. Das kam in der Nachmittagsschule der Innung auch schon dran, ich hab entsprechend mit den Augen gerollt, als ich das im Lehrplan las.

Aber, ich bin ja zum Lernen da und es ging wirklich schon besser als bei meiner ersten Torte. Ok, auch noch sehr ausbaufähig, aber ich war auch schon wesentlich entspannter, was vielleicht auch daran lag, dass diesmal nicht das Ausnahmetalent wie damals im Seminar neben mir stand, der nach gefühlt fünf Minuten fertig war.

Los geht’s mit den Requisiten für det Janze. Jeder sucht sich das in der Innung selbst zusammen. Da geht die hektische Suche nach den besten Stücken sofort los…

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Und jedem seine eigene Schüssel Butterkrem mit individuell gewählten Aromastoffen versetzt. Bei mir durfte Himbeer dazu.

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Was ich sehr vermisst habe: Diesmal kam vor dem Einstreichen kein Läuterzucker mit lustiger Cointreau-Mischung auf die Böden. Och Menno, wo das doch mein Lieblingspart ist.

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So, fast fertig. Sieht noch etwas holprig aus, ratzfatz ging es natürlich noch nicht, der Trick ist aber: Wenn die Torte einmal komplett mit Krem umsorgt ist, stelle man sie kurz in den Froster, damit die Krem fest wird. Danach kann man Unebenheiten viel besser ausbügeln. War bei mir auch bitter nötig…

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Ungeübte üben das Verzieren mit der Lochtülle „trocken“, bevor sie sich die Torte mit Patzern einsauen.

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Das habe ich sehr beherzigt und finde das Ergebnis auch gar nicht mal so schlecht. Das Weiße ist die Krem vom Kollegen, Geschmacksrichtung Mango. Aber den fehlenden Cointreau konnte dieser Aromakontrast auch nicht wett machen.

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So, fertig! Und ab damit nach Hause, das war eine etwas krampfige Fahrt mit dem Bus. Berliner Busfahrer haben halt kein Herz für tortentransportierende Azubis und bremsen gerne mal abrupt.

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Mein Mitschüler P. übt Torte auch zuhause. Es hat wirklich große Vorteile, als Azubi bei den Eltern zu wohnen, da hat man dann Zeit für so was. Kochen, Einkaufen, Wäsche waschen, Putzen – wird alles für einen übernommen. Hach, wat schön…

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Oder wie Toni Polster sagen würde: „Ich grüße meinen Vater, meine Mutter und ganz besonders meine Eltern.“

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4 Kommentare

  1. Uwe

    Ab Torte Nr. 2753 ist das mit dem Einstreichen kein Problem mehr – die Creme „springt“ von selber an die Torte und man muss sie nur mit der Palette leicht führen. Wahrscheinlich hast Du zu zählen vergessen – mmmh, dann einfach abwarten. Das Schöne ist – man verlernt das nie mehr wie Fahrradfahren. Ganz Harte streichen deswegen auch irgendwelche Holz- oder Plastikklötze in Tortenform ein – aber dat muss nich sein – einfach abwarten und Torten produzieren.

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  2. Peter.

    mmhh. sieht lecker aus!!
    Liebe Grüße aus der alten Heimat

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  3. Und nun die Frage aller Fragen: Wie krieg ich die Creme am besten an den Rand bzw. an die Seite? Oder ist das voll das Konditorinnengeheimnis?

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    • Da hab ich einen Film für dich: https://www.dropbox.com/s/x39jyoiij0eg19g/Torte%20einstreichen.AVI
      Wie ich es gelernt habe: auf der Torte anfangen, nicht zu dick einstreichen („wir wollen ja keine Kuppeltorte“), dann den Rand, die Palette so halten wie im Film gezeigt. Da darf gern was überstehen, am Schluss wird das wieder abgezogen mit der Palette. Und das ganze ca. eine halbe Million mal üben, dann klappt’s bestimmt 🙂

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