Baguette magique


Anfang März wollte ich in Tempus fugit mal wissen, was meine Blogleser eigentlich so denken. Und habe ein Rezept für ein Baguette versprochen, weil die Grillsaison ja vor dem Ausbruch steht, wozu Baguette natürlich der Mitbringklassiker ist. Das geht zwar vollkommen gegen meine Zunft, da wär’s natürlich besser, man kauft schön beim Bäcker ein. Aber ich bin mal nicht so.

Abgesehen davon: Wer hätte gedacht, dass man dieses Jahr im Schneetreiben angrillt? Ich jedenfalls nicht, als ich am Karfreitag in die Backstube kam, meine schneeflockenbedeckte Mütze ausklopfte, wollte eine Kollegin Weihnachtsmusik im Café laufen lassen. Würde doch so schön passen.

Jedenfalls danke ich euch sehr fürs Abstimmen und Meinung sagen! Häufigkeit, Länge und Themen werden sich in Zukunft nicht ändern, versprochen.

Ich muss zugeben, ich hatte mit einem anderen Ergebnis bei der Erscheinungsweise gerechnet. Von einigen habe ich schon gehört, dass sie nicht jede Woche dazu kommen, den Blog zu lesen. So dachte ich, reicht ja vielleicht auch alle zwei Wochen. Nix da, keine Sorge, 76% für die wöchentliche Ausgabe haben mich überzeugt. Die 21% für „könnte ich auch öfter haben“ blende ich mal aus. Das schaff ich nicht.

Am wichtigsten waren mir die „freien“ Kommentare, daraus kann ich am meisten ziehen, was meine Leserschaft so denkt. Und anscheinend denkt sie von wordpress.com, dass es immer weiß, wer gerade abstimmt. Nein, das kann es nicht, keine Bange. So gläsern ist das hier nicht. Aber ich kann sehen, aus welchem Land mein Blog angeklickt wird, das ist sehr spannend! Reicht von Chile über die USA oder Hong Kong bis nach Zypern. Wo ihr euch nicht überall rumtreibt…

Und weil ich nicht weiß, wer mitgemacht hat, kann ich auch kein Rezept verlosen, sondern gebe es – natürlich – für alle heraus. Ich hab es ja mit sehr schlichten Rezepten, Schnickschnack brauche ich nicht. So auch bei diesem hier, mit dem man schon am Vorabend der Grillfete beginnt.

Für drei Baguettes benötigt man:

500g Mehl (Weizenmehl oder Dinkelmehl)

300ml Wasser, bitte saukalt!

10g Hefe (also ein Viertel eines Würfels, den Rest kann man übrigens für drei, vier Wochen einfrieren)

1,5 TL Salz, eine Prise Zucker

Alle Zutaten ordentlich verkneten, wieder erst langsam mit dem Handrührgerät vermischen, dann schneller verkneten. Das dauert ein paar Minuten. Für die besonderen Geschmäcker kann man den Teig mit Walnüssen, Oliven, getrockneten Tomaten, Rosmarin oder was einem sonst noch so einfällt versehen. Es ist alles zugelassen, was schmeckt.

So, jetzt darf die Hefe alleine weiterarbeiten. Das macht sie übrigens im Kühlschrank: Den Teig in ein ausreichend großes und guuut gemehltes Gefäß geben, das einen Deckel hat. Ich nehme eine Plastikbox, die gerade so in den Kühlschrank passt,Tupper in der Größe habe ich leider nicht. Denn der Teig braucht wirklich Platz, trotz kühlerer Kühlschranktemperaturen vergrößert die Hefe ihn enorm!

Deckel druff, ab in den Kühlschrank und 10-12 Stunden in Ruhe lassen. Erstmal den Ofen vorheizen auf 240 °C und jetzt den Teig vorsichtig auf die bemehlte Arbeitsfläche kippen. Wirklich vorsichtig und nicht mehr kneten, sonst zerstört man ja die Hefebläschen und die sind ja für die Lockerung zuständig. Also aufpassen.

Den Teig mit einem Messer oder Spachtel in drei gleich große Stücke teilen, auf ein Blech mit Backpapier legen und jeden Teigstrang zwei- bis dreimal drehen. Sieht nicht nur schön aus, sondern gibt dem Teig auch Spannung. Wer einen Wassersprüher für die Blumen hat, sprüht die Baguettes vor dem Backen damit ein. Ohne Dünger, das sollte klar sein.

Wer keinen Wassersprüher hat, hat vielleicht Strohhalme im Haus und holt sich hier die Anregung zum Einsprühen. Durch das Besprühen bildet sich die Kruste nicht so schnell und die Brote können noch „wachsen“. Außerdem wird die Farbe dann doller als ohne.

Ab in den Ofen damit, 15 Minuten bei besagten 240°C. Dann die Temperatur auf 220°C  herunter schalten und noch mal ca. 15 Minuten backen, je nach gewünschter Bräune. Oder dem Zustand der weiteren Zutaten.

Und schwupps sind die guten Stücke schon fertig! Ich hab es mal „baguette magique“ genannt, denn ich habe in diesen Tagen erst von meiner guten Freundin A. in Schweden gelernt, dass das der französische Begriff für Zauberstab ist. Passt, das klappt nämlich immer, das Ding.

Oder wie Rolf Rüssmann sagen würde: „Wenn wir hier nicht gewinnen, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt.“

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9 Kommentare

  1. wie kann ich mir das „jeden Teigstrang zwei- bis dreimal drehen“ vorstellen? hab da echt gerade überhaupt gar keine vorstellung bzw. alle möglichen. und weiß nicht so recht, wozu drehen :-/

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    • Ja, ich hab mir beim Schreiben überlegt, ob das so klar wird: Jeden Teigstrang an den Enden fassen und gegenläufig drehen. Das heißt: Die linke Hand dreht den Teigstrang z.B. von unten nach oben und die rechte Hand von oben nach unten. Weißt du jetzt, wie ich das meine?

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  2. Ingrid

    Herzig ist der Cartoon! Vielen dank. Dein blogbeitrag natürlich auch! Die grillsaison hat in friesenheim begonnen. Ansonsten: ich hab noch kein verlangen, auf Baguette schon. Danke fürs Rezept.

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  3. Danke für das tolle Rezept und die gute Erklärung!Die kalte Führung für Kuchenteig kenne ich, an ein Baguette hätte ich dabei nicht gedacht!
    Lieben Gruß,Ulla

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  4. Peter.

    Hi Sandra, werde ich demnächst mal probieren – sofern im Kühlschrank Platz ist 😉 und dann vielleicht auf den Grill damit?
    Liebe Grüße in die Hauptstadt, Peter.

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  5. Rosemarie Laser

    Chère madame la boulangère! Ja, mit dem Zauberstab hat es was auf sich, es ist auch der, den der Dirigent schwingt, um den Musikern eine schöne Zaubermelodie zu entlocken, oder die Stäbchen, mit denen man bei den Chinesen isst!… Hab Dank für das Rezept – ich kannte die kalte Führung noch nicht, werde es demnächst probieren und die momentane Leere in meinem Kühlschrank dafür nutzen! Fröhlich weiterbacken…..R*

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  6. Hallo Sandra – ein ganz später Kommentar von mir … freue mich, Deinen Blog zu lesen … und meine Kids freuen sich hoffentlich schon bald auf selber gemachtes Baguette!

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