Unterschiede


Das fiel mir in einem Gespräch just diese Woche erst so richtig auf, was es eigentlich für Unterschiede zu meinem früheren Arbeitsleben gibt. Also außer den offensichtlichen, wie „körperliche Arbeit“ vs. „Büroarbeit“ oder dem Punkt Gehalt. Und da gibt es ein paar, über die ich mir vorher absolut keine Gedanken gemacht habe…

1. Kleidung

„Mist, ich hab ja heute ein wichtiges Meeting, wo sind bloß mein Jackett und die guten Schuhe?“ Klar, ich hab mir früher viele Gedanken über meine Garderobe gemacht. Und mich ab und an geärgert, wenn die Anzughose just an dem Tag in der Wäsche war, wo ich sie doch so gut hätte brauchen können.

Das ist im Moment vorbei, ich habe ja Arbeitskleidung und überlege höchstens, ob ich denn noch genug weiße T-Shirts und Socken in meinem Spind habe oder wie der Zustand meiner Arbeitshose eigentlich so ist. Schürze und Kopfbedeckung gibt es vom Betrieb. Das empfinde ich als sehr angenehm, dass das so einheitlich geregelt ist. Über das Bügeln von Blusen brauche ich mir überhaupt keine Gedanken zu machen – fantastisch!

2. Make-Up

Ungeschminkt bin ich so gut wie nie ins Büro gegangen. Mindestens Wimperntusche und ein bisschen Rot für die Wangen mussten schon sein, das war aber dann lediglich die Minimalstausführung.

Jetzt kommt ja automatisch mehliges Weiß ins Gesicht, das bleibt natürlich nicht aus. Also bei mir jedenfalls. Da bin ich auch schon bekannt für und habe diverse Spitznamen bei den Kollegen weg.

Ich spare morgens enorm viel Zeit durch das Weglassen von sämtlichen Maßnahmen in diesem Bereich, die investiere ich immer in mehr Schlaf. Und hab neulich einer Kollegin gegenüber zugegeben, dass ich mich normalerweise natürlich auch schminke. Sie hat mir prompt das Versprechen abgeknöpft, dass ich mich so mal zu zeigen hätte…

3. Brille

Ich habe eine ausgeprägte Sehschwäche von fast Minus 8. Ohne Sehhilfe wäre ich definitiv nicht in der Lage, auch nur Roggen- von Weizenmehl zu unterscheiden. So trage ich in der Backstube immer Kontaktlinsen, denn ich sehe mich nicht (Wortspiel!) ständig die Brille putzen. Abgesehen davon: Womit denn? Die Schürze würde sie ja eher wieder einstauben. Oder einzimten, je nachdem.

Manchmal wäre mir aber sehr nach Brille, gerade wenn die Nacht kürzer ausfiel und meine Augen nur unter Protest Kontaktlinsen zulassen. Also sehen mich meine Mitschüler fast ausschließlich mit Brille.

4. Status

Früher, also zum Beispiel in meinem Job bei einem Filmfestival, hatte ich hatte einen Batzen Geld zu managen, habe ich Praktikanten angeleitet, mit Hotelchefs um Zimmerkontingente gefeilscht oder mit dem Caterer die Menüabfolge für einen Empfang durchgesprochen. In späteren Stationen kam andere und eher mehr Verantwortung dazu.

Heute: Ganz anders. Keine Personal- oder Mittelverantwortung mehr, Hauptsache, ich habe beim Abwiegen keine Zutat vergessen, dann ist alles gut. Und ich lege meine Gedanken an die Arbeit mit meiner Arbeitskleidung einfach ab.

5. Zeiten

Das ist allerdings der auffallendste Punkt für mich: der strikte Arbeitsbeginn. Zwar hatte ich früher Zeiten, zu denen ich so ungefähr im Büro zu sein hatte, meistens gegen 9 Uhr. Aber halt nur so ungefähr, mal war ich schon um halb neun da, oft aber eher nach neun. Macht ja nix, arbeite ich halt länger an dem Tag. Vorbei, vorbei, denn jetzt ist der Schichtbeginn keine Empfehlung mehr, sondern Pflicht. Später kommen ist nicht.

Oder mal einen Tag zu Hause bleiben, weil ich mich nicht fit fühle – schlicht nicht drin. Sonst würde mich der Gedanke, dass der Kollege jetzt alleine in der Backstube steht und alles wuppen muss, noch viel unfitter machen.

Oder wie Anthony Yeboah sagen würde: „Ich wollte eigentlich den Ball treten. Aber der Ball war irgendwie nicht da… “

So viel zum Thema Brille und Mehl. Ich wusste nicht, dass es Orte auf der Welt gibt, in denen eine Mehlschlacht veranstaltet wird. So zum Beispiel im spanischen Xinzo.

So viel zum Thema Brille und Mehl. Ich wusste nicht, dass es Orte auf der Welt gibt, in denen eine Mehlschlacht veranstaltet wird. So zum Beispiel im spanischen Xinzo.

PS: Danke an alle, die fleißig die Fragen in Tempus fugit beantwortet haben! Wie, noch nicht gemacht? Na, dann mal los!

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Ein Kommentar

  1. Rosemarie

    Wie schön! Mit großer Pünktlickeit flattert mir am Sonntagabend immer eine besondere Post auf den Bildschirm! Und heute mit diesem speziellen Thema: ich bin auch dabei, an diesem Punkt Zeit zu sparen….wo sonst? Vielleicht werden wir ohne Schminke authentischer?
    Das Foto mit der Mehlschlacht ist Klasse! Andere machen Kissenschlachten. Hast du mal den Vorschlag dazu in eurer Backstube gemacht?—
    Ich wünsche dir eine Woche mit tollen neuen Erfahrungen….ohne Zutaten zu vergessen! R*

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