Nachgeholfen


Hui, es gab Zeugnisse am Montag!  Und es war leider so unspektakulär, es gab eine poplige Zeugniskarte. Nicht so schmuck wie früher in einem Hefter, bei uns war der königsblau, in der Größe DIN A5.

Zeugnis

Vormittags durfte jeder einzeln zum Lehrer nach vorne, der teilte die Noten mit, wer nicht einverstanden war, konnte diskutieren und unter Umständen die Note verändern. Zu diskutieren gab es bei mir nix. Zensuren nenne ich keine, dieser Hinweis sollte genügen.

Ich hab einen Eintrag bei „Verspätungen“, der weist auf meine einzige 8-minütige Verspätung hin. Kulanz is nicht. Und den Hinweis, dass der Lehrer selbst oft sehr viel später auftaucht, hab ich mir natürlich brav verkniffen. Auch wenn es keine Noten in „Mitarbeit“ und „Betragen“ gibt, aber man kann ja nie wissen.

Doll finde ich auch das Kleingedruckte auf der Vorderseite: Ausbilder und Erziehungsberechtigte/r sollen die Karte umgehend zur Unterschrift vorgelegt bekommen. Jawollja. Kicher. Aber klar: Es gibt ja einige in meiner Klasse, die noch keine 18 sind. Ganz leicht zu erkennen an ihrem Lieblingsthema: „Endlich Führerschein“. Mein Vater hat das Zeugnis jedenfalls pünktlich zu seiner Geburtstagsfeier erhalten und unterschrieben.

Bei der Notenbesprechung wunderte sich der Klassenlehrer lautstark über eine Note meines Vordermanns: Eine 2 in Kalkulation. „Wen hast denn dafür bestechen müssen?“

War gar nicht nötig: Wir hatten zusammen gelernt. Am Montag bevor er die Klassenarbeit nachschreiben musste, fragte er mich sehr liebreizend, ob ich ihm das Ganze erklären könne, ich scheine es ja zu kapieren. Wow, was für ein Vertrauensbeweis! Ja sicher kann ich das, in einem leerstehenden Klassenzimmer hab ich eine halbe Stunde lang versucht, das Buch der sieben Kalkulationssiegel für ihn zu öffnen. Was ja nachweislich geklappt hat. Yeah.

Eben jene 2 hatte er dann auch als Gesamtnote. Da war aber jemand stolz. Na, und ich mit! Und ich hab mir noch beim Schulterklopfen erlaubt zu sagen, dass er keineswegs blöd ist, sondern nur strunzfaul. So. Hat er auch gleich eingesehen. Aber nur, um in der kommenden Woche sich wieder ganz seinem Smartphone zu widmen. Während des Unterrichts, versteht sich.

Oder wie Helmut Schümann sagen würde: „Der Jürgen Klinsmann und ich, wir sind ein gutes Trio. Äh, ich meine Quartett.“

…genau wie mein geerbter, etwa 60 Jahre alter Brotschieber und ich.

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