Fehlerquellen


Jeder darf mal. Und ich hab ja als Azubi sowieso noch Welpenschutz, also: ran an die Fehler. So geht nachhaltiges Lernen immer noch am besten.

Fall 1: Schiebt man Belaugtes, zum Beispiel Brezeln frisch in Lauge getaucht und mit Brezelsalz bestreut, auf einem Blech mit Backpapier in den Ofen, sollte vorher beachtet werden, dass das Backpapier gut eingeölt ist. Sonst pappen die Dinger fest. Wenn man sie dann doch abgefummelt hat, klebt das blöde Papier dran und es ist eine Schweinearbeit, das Zeugs abzubekommen. Es dauert ewig. Nerv. Das ist mir einmal passiert und bei einem Mal blieb es bislang auch.

Fall 2: Es gibt im Café leckere kleine Quiche-Küchlein, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann. Die Quiche-Masse wird dafür in Silikonförmchen gebacken. Als ich die Formen zum ersten Mal mit der Masse befüllen sollte, tönte ich vollmundig, das könne ich schon, ich habs ja schon mehrfach beim Kollegen beobachtet, wie er das gemacht hat. Jawoll, schön sauber und ordentlich hatte ich die Masse auf alle Formen verteilt, war just mit der letzten Füllung fertig und stolz auf mein Werk. Bis der Kollege dann ganz nebenbei fragte, ob ich denn die Formen auch geölt hätte, vorher. Tja. Ähm, nein. Hups. Also wieder raus damit, Formen gewaschen, eingefettet und von vorne dat Janze. Nerv. Ich hab ihm ja direkt unterstellt, Azubi-Ärgern zu spielen, dass er mit seiner Frage bis zuletzt gewartet hat, was er grinsend natürlich sofort bestritten hat. Wie auch immer es war, den Punkt vergesse ich nicht mehr. Lernziel erreicht.

Fall 3: So, jetzt hier, Bücher zuklappen, wer sagt mir auswendig die Zutaten für den Schrippenteig? Mehl, Wasser, Salz und? Hefe. Genau. Sonst wird das ja nix, der Teig geht nicht auf, wird nicht gelockert, das Resultat sieht auch gar nicht schön aus und liegt später steineartig im Magen. In unserem Lehrbuch gibt es jede Menge Fotos von Negativ-Beispielen wie dieses hier:

Lockerung von Weizenteigen

Finde den Fehler: Was mag hier beim Brot links wohl fehlen, na? Ich habe selbst sehen dürfen, wie Brötchen aussehen, bei denen die Hefe im Teig vergessen wurde. Klein, grau, trocken, steinhart. Würden sich sicher gut bei einer Demo zum 1. Mai machen. Aber das Beste daran war: Ich war an dem Fehler nicht schuld, m-mh, mit diesem Teig hatte ich nichts zu tun. Puh. Aber das Ergebnis hat einen derart bleibenden, in Stein gemeißelten (!)  Eindruck hinterlassen, dass ich diesen Fehler unter Garantie nicht nachmachen möchte. Huiuiui.

Ansonsten ist mir natürlich schon was runtergefallen (ein volles Blech, was dringend in den Ofen sollte zum Beispiel), oder ich hab mich bei irgendwas verzählt (man zählt als Bäcker wirklich ständig) oder ein Missgeschick anderer Art. Toll ist, dass so etwas von den Kollegen entspannt kommentiert wird mit „Ist mir auch schon passiert“ (wahlweise mit „Soll das da liegen bleiben?“). Keine Ahnung, wie die Reaktionen sein würden, wenn das häufig vorkäme. Ich hab nicht vor, das auszuprobieren.

Oder wie Frank Pagelsdorf sagen würde: „Wir werden nur noch Einzelgespräche führen, damit sich keiner verletzt.“

Der Bernd und ich. So skeptisch schaue ich bei Brot eigentlich nur in diesem Fall. Das Foto entstand übrigens schon vor 3 Jahren.

Der Bernd und ich. So skeptisch schaue ich bei Brot eigentlich nur in diesem Fall. Das Foto entstand übrigens schon 2009.

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