Zahlen, bitte!


Rührt man Teig für süßes Gebäck zusammen, zum Beispiel Kuchen oder Hefeschnecken, schlägt man meist ein paar Eier auf. Am besten haut man sie nicht direkt zum Restteig dazu, sondern in eine extra Schüssel, damit man Schalen, die sich doch dazwischen gemogelt haben, leichter herausfischen kann. Soweit war mir das vorher schon klar. Bereitet man ein paar mehr Kuchen zu, können das schon mal viele Eier sein. Da kann man angeln so viel man will, besonders kleine Schalenstückchen befördert man dadurch nicht wieder an die Oberfläche. Es empfiehlt sich, das Resultat in der Extra-Schüssel laaaangsam zum Restteig hinzu zu schütten. Die Schalen sammeln sich nämlich ordentlich am Boden und während sie da so klüngeln, verpassen sie den Moment, mit in den Teig zu rutschen. Und bleiben schön drinne in der Schüssel. Das ist der Trick.

Den hab ich sehr zu schätzen gelernt, während ich in dieser Woche an drei meiner fünf Arbeitstage den Teig für einige Kuchenböden und Hefeschnecken mit vorbereitet habe. Bei Bäckern wird da nicht von Stückzahlen gesprochen, sonst käme man aus dem Zählen ja nicht mehr heraus. Wir verwenden bei Eiern die Maßeinheit Liter. Insgesamt habe ich Eier für an die zwanzig Liter aufgeschlagen. Jawoll.

Für die Rechenfans unter uns: Ein Ei ergibt ca. 50 Milliliter, für 20.000 Milliliter benötigt man also ungefähr 400 Eier, das sind etwas mehr als 13 Paletten. Beeindruckt? Ja, bin ich auch. Und an den anderen Tagen haben die Kollegen bestimmt noch mal soviel produziert. Ein Tipp aus der Backstube: Das Ei nicht am Schüsselrand aufschlagen, sondern das spitzere Ende eines zweiten Eis (Ei im Genitiv sieht komisch aus) dagegen schlagen. Klappt super!

Auf die Kuchenböden kommt natürlich ordentlich was drauf, zum Beispiel Äpfel. Auch hier darf die Schale nicht bleiben, weg damit und die Äpfel gleich mal in Scheiben schneiden. Insgesamt habe ich zwei Kisten à neun Kilo so bearbeitet. Ganz ohne Krampf in der Hand, denn auch hier gibt es einen Trick, logo. Und so sieht sie aus, die Apfelschälkurbel (liebevoll „Leier“ genannt):

Damit ist eine Kiste in ca. 10 – 15 Minuten geschält und tip top in Scheiben geschnitten. Cool. Kann ich nur jedem empfehlen, der pro Woche ein paar Apfelkuchen zu fertigen hat.

Neulich steckte der Lieferant für die Frischwaren im Berliner Stau, vermutlich war irgendwo eine Demo gegen irgendwas. Jedenfalls war die Stadt dicht und die Butter der Backstube alle. Klar, dass das genau in dem Moment die entscheidende, aber eben fehlende Zutat ist. Nur noch die handelsüblichen 250-Gramm-Päckchen waren griffbereit. Da kommt man schon mal ins Fluchen, wenn man zehn Kilo Butter für den Teig braucht und erstmal 40 Päckchen auswickelt. Gut, dass längst wieder die praktischen Zehn-Kilo-Pakete vorrätig sind.

Oder frei nach Loriot: „Ein Leben ohne Fußball ist möglich, aber sinnlos.“

Eine Original-Werbeanzeige aus dem Magazin „Stern“ des Jahres 1957, das ich in einer alten Truhe auf dem gleichen Dachboden gefunden habe wie den Brotbackschieber. Irgendwie passt doch alles zusammen.
Unbedingt ist das Kleingedruckte zu lesen!

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Ein Kommentar

  1. Rosemarie Laser

    Hallo Sandra!
    Das waren ja super viele praktische Infos für die Laienbäcker! Unglaublich sind die Mengen, mit denen du da arbeitest – mir ist das unmöglich mehr als 6 Eier aufzuschlagen, da wird mir fast schlecht und schon gar bei Literangaben! Heute war ich in einem Café und habe sogenannten selbstgebackenen Apfelkuchen gegessen….sollte Hefeteig sein….stimmte so gar nicht mit meinen Vorstellungen überein! Die Apfelschälmaschine find ich fantastisch! Die könnte in meiner Sammlung noch Platz haben, kann die Otto-Normal-Bäcker erwerben??—-Vielleicht hast du Nachtschicht und musst bald schon aufstehen…ich wünsche dir eine gute Woche, bis bald, liebe Grüße, Rosemarie*

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