Prognosen


Junge, Junge, eine arbeitsreiche Woche liegt hinter mir. Und ich hatte trotz Schulferien einen freien Tag (am 2.10., dafür am 3.10. in der Backstube). Aber nächste Woche werde ich fünf Tage in der Backstube sein, das wird sicher ein kleiner Härtetest…

Apropos Härtetest: An dieser Stelle beantworte ich mal endlich die Frage: „Musst du denn da nicht immer irre früh aufstehen??“ Noch nicht, das kommt erst noch, denn mein Betrieb arbeitet mit 3 Schichten: 6h-14h, 14h-22h, 22h-6h. Und ich bin momentan in der zweiten Schicht, mein Arbeitstag beginnt also um 14h.

Kurz vorher komme ich in der Backstube an, ziehe mich um, Hände waschen, desinfizieren und los gehts. Die erste Tat sind meistens die „freigeschobenen“ Brote, also diejenigen, die nicht in der Form gebacken werden. Rundwirken ist angesagt, das geht schon viel besser als am Anfang! Um zu wissen, wie viel Brote nötig sind, gibt es eine Liste. Darauf sieht der Teigmacher immer gleich, wieviel Teig er herstellen muss. Grobe Faustregel: Für ein 1-Kilo-Brot sind mindestens 1100 Gramm Teig nötig, weil ja durch das Backen Wasser verdampft. Backverlust nennt man das und der beträgt so ca. 10%.

Der Teig kommt in eine Maschine, die abwiegt und gleich in entsprechend große Stücke teilt (was in etwa so aussieht), wird von den Bäckern rundgewirkt und in Formen oder Gärkörbchen gelegt. Sobald genügend Teiglinge geformt und auf den Backwagen sind, kommt der in den Gärraum. Das, was man so kennt unter: „Den Hefeteig für ca. 30 Minuten an einen warmen, zugfreien Ort stellen.“ Sauna für die Brote: ca. 40°C und 80-90% Luftfeuchtigkeit.

Im ersten Teil meines Tages bin ich also bei der Produktion von ca. 1100 Broten dabei, nur bei wenigen sind meine Finger im Spiel, so schnell bin ich ja noch nicht. Aber Toastbrot zum Beispiel habe ich schon alleine aufbereitet (Teiglinge rollen, in die Form legen, Deckel drauf, ab in den Wagen). Einer meiner Lieblings-Teige übrigens, tolle Konsistenz. Und die kann übrigens sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem, wer die Teige herstellt. Was da der Unterschied ist, werde ich noch rausfinden.

Den zweiten Teil hab ich ja schon mal kurz unter Tetris beschrieben. Mittlerweile kenne ich die Spielregeln besser und bin schneller auf dem nächsten Level. Wenn das Spiel geschafft ist, sind knapp 1000 Brote mehr auf dem Weg Richtung Ofen.

Na? Was kommt jetzt? Klar: Saubermachen. Kessel putzen, Maschinen säubern, Boden reinigen und alles, was so an Zubehör angefallen ist (Teigschaber, Pinsel etc.). Das machen übrigens alle, nicht nur die Lehrlinge.

Und wenn ich dann gegen 22h30 nach Hause komme, weiß ich sehr genau, was ich getan habe. Wenn ich es bis dahin vergessen sollte, erzählen mir das meine Hände, Arme und Beine.

Oder wie Sean Dundee sagen würde: „Ich bleibe auf jeden Fall wahrscheinlich beim KSC.“

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Ein Kommentar

  1. Christine

    Fünf Tage ohne Schule fand ich auch immer am anstrengendsten! Guten Start in die Woche!

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